US-Präsident Donald Trump wollte mit seiner aggressiven Zollpolitik Chinas Aufstieg bremsen und Amerikas wirtschaftliche Dominanz sichern. Doch der Plan könnte nach hinten losgehen: Statt Peking zu schwächen, profitiere China zunehmend von den strategischen Folgen der US-Zölle, berichtet die Zeitung Asia Times.
Malaysia's Department of Information
Demnach ist der durchschnittliche US-Zollsatz 2025 auf 18 Prozent gestiegen – der höchste Wert seit den 1930er Jahren. Das beschere dem US-Fiskus zwar monatlich 29 Milliarden Dollar, koste aber amerikanische Haushalte im Schnitt 2400 Dollar jährlich. Die wirtschaftliche Belastung schlägt sich bereits in der Konjunktur nieder: Das BIP-Wachstum sank im ersten Halbjahr 2025 auf 1,2 Prozent, im Vorjahr lag es noch bei 2,8 Prozent.
Besonders dramatisch seien die Effekte in Kalifornien: Im Handel und in der Logistik drohten über 64.000 Jobs wegzufallen. Der Hafen von Los Angeles arbeite nur noch mit 70 Prozent seiner Kapazität.
Gleichzeitig biete sich China als verlässlicher Partner an. Es baue nicht nur seine erneuerbaren Energien massiv aus – allein 2024 kamen 429 Gigawatt neue Kapazitäten hinzu –, sondern verstärke auch seine Wirtschaftsbeziehungen zu Staaten des globalen Südens. Peking investiert gezielt in Infrastrukturprojekte und Rohstoffpartnerschaften, etwa in Lateinamerika und Afrika.
«Trumps Zölle haben ausgerechnet das strategische Umfeld geschaffen, in dem China seine Position ausbauen kann», schreibt der US-Wirtschaftsprofessor Tony Yang. Fazit: Kurzfristig bringt Trumps Zollpolitik Einnahmen – langfristig droht sie jedoch die amerikanische Führungsrolle zu untergraben und die Weltordnung in Richtung China zu verschieben.