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Warum Donald Trump kein Faschist ist

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Warum Donald Trump kein Faschist ist
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Donald Trump wird von Gegnern immer öfter als «Faschist» bezeichnet – weniger weil er exakt in diese Kategorie passt, sondern weil Muster bei ihm wie Warnsignale wirken.

Erstens seine «wir gegen sie»-Rhetorik: Medien als «fake news», Behörden als «deep state», politische Gegner als Feinde. Kritiker lesen das als Delegitimierung von Institutionen. Zweitens seine harte Law-and-Order- und Grenzpolitik, oft mit drastischer Sprache; das wirkt für viele autoritär. Drittens der Streit um die Wahl 2020 und die Eskalation rund um den 6. Januar: Wer an der Anerkennung von Ergebnissen rüttelt, triggert Diktatur-Vergleiche. Viertens die Nähe zu radikalen Unterstützern, von denen sich Trump nicht immer so klar distanziert, wie Gegner es verlangen. Fünftens sein «starker Mann»-Stil, der Loyalität und Personalisierung betont.

Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved.
US-Präsident Donald Trump.
Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved.

Gerade deshalb lohnt sich begriffliche Präzision: Faschismus meint Abschaffung pluralistischer Demokratie, Gleichschaltung von Justiz und Medien, Einparteienherrschaft und systematische politische Gewalt. Dafür gibt es unter Trump keinen durchgesetzten Umbauplan und keine funktionsfähige Einheitsstruktur.

Zwei konkrete Gegenbelege: Erstens Unabhängige Gerichte stoppten ihn wiederholt – und die Urteile galten. In einem faschistischen System würden Richter ausgeschaltet, nicht überstimmt. Zweitens: Kritische Medien blieben frei, laut und investigativ; es gab keine staatliche Gleichschaltung, sondern täglichen Gegenwind.

Wer Trump unterstützt, sieht eher einen populistischen Interessenvertreter, der reale Themen (Grenzen, Jobs, Elitenarroganz) zuspitzt und «Washington» unter Druck setzt und sich dabei meist regulärer Verfahren bediente. Man kann seinen Stil kritisieren – aber die Faschismus-Keule ersetzt zu oft Analyse durch Moral und blockiert die Debatte, die eine Demokratie braucht.

Dr. Florian Hartleb ist Professor für International Relations an der Modul-Universität Wien sowie Autor seines im Herbst 2025 erschienenen neuen Buchs «Teenager-Terroristen. Wie unsere Kinder radikalisiert werden – und wie wir sie schützen können».

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