Die Schweiz bleibt auch 2026 ein zentraler Akteur in der Ukraine – nicht mit Waffen, sondern mit Know-how, Wiederaufbauhilfe und diplomatischer Vermittlung. Das betont Felix Baumann, Schweizer Botschafter in Kiew, in einem Beitrag auf dem Portal Ukrajinska Prawda.
Bereits 2025 hat die Schweizer Regierung ein umfassendes Landesprogramm verabschiedet. Bis 2028 stellt sie rund 1,5 Milliarden Franken bereit – für kurzfristige Hilfe, Reformen und langfristigen Wiederaufbau. Dabei setzt Bern auf einen innovativen Ansatz: Unternehmen aus der Schweiz werden aktiv in Projekte eingebunden. Der erste Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen im Wert von 100 Millionen Franken sei auf grosse Resonanz gestossen. Ein zweiter – doppelt so grosser – ist für 2026 geplant.
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Auch politische Kontakte wurden intensiviert: Präsidentin Karin Keller-Sutter empfing Wolodymyr Selenskyj mehrmals, Parlamentspräsidentin Maja Riniker reiste in die Ukraine, besuchte Kiew, Charkiw und Winnyzja. Sie zeigte sich tief beeindruckt vom Durchhaltewillen der Bevölkerung, schreibt Botschafter Baumann.
Neben wirtschaftlichem Engagement betont die Schweiz auch ihre Rolle als Vermittlerin. Als neutraler Staat sei man in der Lage, Dialog zu ermöglichen, so der Schweizer Vertreter in Kiew. So fand am 23. November 2025 in Genf ein bilaterales Treffen zwischen Vertretern der USA und der Ukraine zur Friedensinitiative Washingtons statt. Zudem war die Schweiz 2024 Gastgeberin des «Summit on Peace» auf dem Bürgenstock.
Mit dem Vorsitz der OSZE ab Januar 2026 will die Schweiz ihren diplomatischen Beitrag weiter verstärken. Ziel sei ein «glaubwürdiger Weg zu einem gerechten Frieden», basierend auf Völkerrecht und den Prinzipien von Helsinki. Baumann: «Die Schweiz bleibt bereit, ihre guten Dienste anzubieten – solange dies von den Konfliktparteien gewünscht wird.»