War Franziskus der erste peronistische Papst? In seiner Heimat Argentinien scheiden sich die Geister
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War Franziskus der erste peronistische Papst? In seiner Heimat Argentinien scheiden sich die Geister

War Papst Franziskus der erste peronistische Papst? Diese Frage erhitzt die Gemüter in seinem Heimatland Argentinien auch über seinen Tod hinaus, schreibt die Financial Times. Während Franziskus international als «Papst der Armen» und Brückenbauer verehrt wurde, galt er in Südamerika manchen als «Peronistenpapst».

NATACHA PISARENKO / KEYSTONE
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NATACHA PISARENKO / KEYSTONE

«Ich war nie Mitglied der Peronistischen Partei, nicht einmal ein Sympathisant», sagte Franziskus dazu, fügte jedoch provokativ hinzu: «Und selbst wenn man ein peronistisches Politikverständnis hätte, was wäre schlecht daran?» In einem privaten Gespräch 2014 soll er sich gar scherzhaft als «erster peronistischer Papst» bezeichnet haben – so zumindest Eduardo Valdés, Peronist und Ex-Botschafter beim Heiligen Stuhl.

Tatsächlich teilte Jorge Mario Bergoglio viele Grundüberzeugungen mit dem von General Juan Domingo Perón geprägten Populismus: soziale Gerechtigkeit, Armutsbekämpfung, konservative Gesellschaftsvorstellungen. Historiker Ignácio Zuleta weist darauf hin, Franziskus sei in einer Kirche aufgewachsen, die Peronismus als staatstragende Ideologie verstanden habe. In Zeiten, in denen die Befreiungstheologie vom Vatikan verurteilt worden sei, habe der Peronismus für ihn einen Weg geboten, sich gesellschaftspolitisch zu engagieren, ohne marxistisch zu erscheinen.

Diese Nähe zur peronistischen Ideologie machte Franziskus in Argentinien zur polarisierenden Figur. Konservative und Liberale hätten ihm vorgeworfen, sich mit einem System zu identifizieren, das für wirtschaftlichen Niedergang und politische Klientelwirtschaft stehe, so die FT. Selbst unter den argentinischen Präsidenten der jüngeren Vergangenheit war sein Verhältnis ambivalent: Cristina Fernández de Kirchner schätzte ihn als Verbündeten, während Mauricio Macri bei einem Vatikanbesuch nur 22 Minuten Audienz erhielt.

Auch der amtierende Präsident Javier Milei, der Franziskus im Wahlkampf noch als «linken Idioten» beschimpft hatte, bemühte sich später um Annäherung. Doch das Image des «Peronistenpapstes» blieb – ein Grund, warum Franziskus Argentinien nie wieder besuchte: Er fürchtete, politisch instrumentalisiert zu werden.

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