Walter Frey, der mit seiner ganzen Familie dem Eishockeyklub ZSC Lions eng verbunden ist, hat seinen Rücktritt als Präsident angekündigt. Sein Nachfolger wird Sohn Lorenz Frey-Hilti, selber Sportler und ein ebenso engagierter und kenntnisreicher Freund des Eishockeys.
Medial wird die grosse Leistung von Walter Frey ausführlich und verdient gewürdigt. Der erfolgreiche Auto-Unternehmer hat auch die ZSC Lions zu enormen Erfolgen geführt. Und gleichzeitig den Nachwuchs massiv gefördert und vielen Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, teilweise sogar eine berufliche Profiperspektive ermöglicht.
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Nur die NZZ leistet sich bei der Würdigung der «Ära Walter Frey» einen argen Schnitzer. Sie erinnert an die Fusion des ZSC mit der GC-Eishockey-Sektion von 1997, die Walter Frey massgebend vorangetrieben hat. Dies habe seinerzeit zu massiven Protesten geführt, denn: «Der wohlhabende Autoimporteur stand für all das, was der harte Kern der ZSC-Anhänger nicht sein wollte: ein Teil des Zürcher Wirtschaftsfreisinns, der gemäss geltenden Klischees vom Geld getrieben wurde.»
Doch wenn Walter Frey eines nicht war, dann ein «Teil des Zürcher Wirtschaftsfreisinns». Die Familie Frey entstammt einer Bauernfamilie aus dem Aargauischen, Vater Emil Frey war – trotz unternehmerischem Grosserfolg – stolz auf seine bescheidene Herkunft und seinen Beruf als Mechaniker. Auch Sohn Walter verkörperte stets Bescheidenheit und Understatement, bezeichnet er sich doch gerne als «Garagist».
Als Walter Frey 1997 die stadtzürcherische Eishockey-Fusion ermöglichte, war er seit dreizehn Jahren Präsident der SVP der Stadt Zürich. Schon 1978 zur SVP gestossen, führte er die Mittelstandspartei mit durchschlagendem Erfolg. Bei Antritt seines Präsidiums zählte das Stadtparlament 7 SVP-Sitze, bei seinem Rücktritt 2001 waren es 26.
Auch war Walter Frey bei der genannten Klubfusion seit zehn Jahren SVP-Nationalrat und zuletzt Fraktionschef und Präsident der Aussenpolitischen Kommission. Er kämpfte europapolitisch gegen den EWR, gegen die angebliche «Koalition der Vernunft» in der Drogenpolitik, gegen den Asylmissbrauch, gegen die zunehmende Kriminalität und die Verteufelung des Individualverkehrs – also gegen all das, was der «Zürcher Wirtschaftsfreisinn» befürwortete oder wo dieser sich vornehm zurückhielt.
Das grosse Lob für sein Lebenswerk zugunsten des Sports hat Walter Frey mehr als verdient. Nicht aber die Zuordnung der NZZ zum Zürcher Wirtschaftsfreisinn.