Grüezi miteinander, ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüsse Sie aus Grau-Montana zur schweizerischen Ausgabe von Weltwoche Daily, die andere Sicht, unabhängig, kritisch, zuversichtlich am Freitag, dem 9. Januar 2000. 26. Wie ist die Stimmung in der Gemeinde eine Woche nach der Brandkatastrophe? Was denken die Anwohner? Was für eine Atmosphäre begegnet da dem ausserkantonalen Journalisten, der sich da einmischt, sozusagen von aussen, was ja im Kanton Wallis nie gut ankommt. Ist interessant, was wir da an Eindrücken sammeln konnten. Erstens. Bedrücktheit, Beklemmung, Betroffenheit, Trauer überwiegen. Wut und Empörung ist uns weniger begegnet. Schon der Wunsch, auch der dringliche Wunsch, man möge diese Missstände aufklären, die sich da immer mehr zur Kenntlichkeit entstellen. Aber man hält sich zurück mit Kritik und auch Anklagen gegenüber den Behörden und den Betreiben, zumindest soweit ich bis jetzt die Lage hier vor Ort überblicke. Aus distanzierter Sicht, aus Sicht eines anderen Kantons, haben wir es hier mit himmelschreienden Unglaublichkeiten zu tun. Allein die Tatsache, dass in einem Schweizer Lokal in einer Silvesternacht Eine Ausnahmesituation mit vielen Leuten, aber man weiss ja, was auf einen zukommt. Dass in so einer Nacht 40 Menschen sterben können und weit über 100 schwerst verletzt sind, jetzt in den Intensivstationen liegen. Einfach deshalb, weil man eine Bar mit gemeingefährlichem Isolationsmaterial ausgestattet hat. Mit unzureichenden Fluchtwegen, es ist jetzt herausgekommen, dass die Betreiber die Fluchtreppe noch verschmälert haben, von ursprünglich 2 Metern auf 1,37 Meter. Es gab noch einen zweiten Ausgang, einen Notausgang, der hätte ins Treppenhaus der übergeordneten Immobilie geführt, aber das sei verriegelt, verstellt oder gar nicht in Betrieb gewesen. Das gilt es jetzt noch detailliert abzuklären. auf jeden Fall hören wir, dass man nicht gewollt hätte, dass da eben Jugendliche sich im Treppenhaus aufhalten oder allenfalls über andere Zugänge das Lokal betreten. Da ergibt sich das Bild eines Barbetreibers, der alles gemacht hat, um Umsatz zu erzielen, ohne Rücksicht auf irgendwelche feuerpolizeilichen Bestimmungen. Es sind nun auch noch Berichte ruchbar geworden. Die Weltwoche ist auch im Besitz der entsprechenden Videos. dass die Frau des Betreibers noch in der Brandnacht das Lokal verlassen hat mit der Kasse in der Hand. Sie ist gefilmt worden. Italienische Medien haben das zuerst vermeldet. Und man vermutet, dass die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis diesen Video, der im Besitz der Staatsanwaltschaft ist, an die Italiener durchgestochen haben könnte, um die gewaltige Kritik, die vor allem auch auf die Behörden gerichtet ist, hier aus dem Ausland. um die abzulenken auf das ausländische Betreiberpaar. Das scheint so etwas die Strategie zu sein. Also die beiden Morettis, das sind die Eigentümer, die Betreiber des Le Constellation, das ist der Name dieser Paar, um die gewissermassen in die Rolle der Alleinverantwortlichen hineinzudrücken. Was richtig ist, ist, dass diese Betreiber grob fahrlässig, mutmasslich kriminell gehandelt haben. Richtig ist auch, dass der Barbetreiber einen kriminellen Hintergrund in Frankreich hat. Organisiertes Verbrechen, Prostitution, Menschenhandel. In diesem Zusammenhang ist die Frage aufgeworfen worden, woher kommt eigentlich das viele Geld dieser Familie, mit dem sie sich mehrere Restaurants, aber auch Immobilien kaufen konnten in relativ kurzer Zeit. Ist das möglich, mit einer Bar so viel Geld zu machen? Aber mit Gastronomen gesprochen, auch aus anderen Feriendestinationen, theoretisch ist das möglich, aber es gilt das natürlich abzuklären. Also hier haben wir ganz klar einen wichtigen, einen zentralen Verantwortlichen für diese Brandkatastrophe, vielleicht auch einen strafrechtlich Schuldigen. Nur unwesentlich fragwürdiger, um es jetzt sehr zurückhaltend auszudrücken, ist das Verhalten der Behörden. Hier sind elementare Kontrollfunktionen nicht wahrgenommen worden. Möglicherweise gab es gar keine Bauabnahme des Innenausbaus, der ganzen Bar, des Untergeschosses, in dem sich das Branddrama abgespielt hat. die Isolations- die da an die Decke angebracht wurden, völlig unsachgemäss, auch viel zu tief hingen, sind bewilligt oder übersehen worden. Wir haben Berichte, dass ein Brandschutzverantwortlicher Beanstandungen geäussert hätte, 2015. Damals ist diese Bar sozusagen in der aktuellen Form erstmals vom Stapel gegangen. Was ist mit diesen Vorbehalten passiert? Was hat man gemacht? Ich habe nun von einem deutschen Pyrotechnik-Experten Bilder bekommen, der mir gezeigt hat, dass bei der Pre-Opening-Eröffnung, also bei einer sozusagen Generalprobe dieser Bar, ein Mann der Feuerpolizei anwesend gewesen sei. Man könne das an der Uniform ablesen. Das sind natürlich Exponate und auch Beweisstücke, die es genau zu überprüfen gilt. Das ist die Einschätzung eines bürotechnischen Experten, dass ein Brandpolizeimitglied, ein Kontrollbeamter in dieser Bar gesessen habe. Man sieht tatsächlich einen Uniformierten da an der Theke und darüber eben diese viel zu tief hängenden Schaumstoffmatten. Und die sind ja in Brand geraten in der Unglücksnacht, weil Personal, maskiertes Personal, das ist ja auch mysteriös, was ist aus diesem Personal geworden? Eine Frau, eine Kellnerin, saß da auf den Schultern eines anderen Barangestellten in der Hand, diese sprühenden Champagnerflaschen, und die sind dann so nahe an diese leicht entflammbaren Isolationsmatten aus billigstem Schaumstoff gekommen, dass die Feuer gefangen haben. Dieses Feuer hat sich dann sehr, sehr schnell ausgebreitet. Es kursieren jetzt auch Videos, die zeigen, wie solche Flashovers in der Praxis aussehen, auch Zeugenberichte, die sagen, es gab ein Feuer, dann gab es Rauch, plötzlich sei alles sehr, sehr schnell gegangen und dann hat sich innerhalb von kürzester Zeit der ganze Raum entflammt und mit ihm natürlich alles Brennbare, was da drin zu finden war, inklusive Es ist dann also zu einer quasi überfallartigen Katastrophe gekommen. Allerdings auch deshalb, weil die, die sich in Sicherheit bringen, wollten auf den viel zu engen Fluchtwegen keine Chance mehr gehabt haben. Also das ist schon ein gewaltiger, riesiger Skandal, der natürlich auch im Ausland Bestürzung auslöst, der das Bild der Schweiz als sicheres Land massiv erschüttert hat. Für mich ist jetzt interessant hier in Kron und Dana. Ich bin jetzt neugierig, ob das noch passiert, dass die Bereitschaft der Bevölkerung, dieses aus meiner Sicht skandalöse, mutmassliche Verbrechen wirklich anzuprangen und darüber auch zu reden und sich der Wut Luft zu machen, diese Bereitschaft sehe ich im Moment noch nicht. Aber das sind auch vielleicht aufgrund der kurzen Dauer noch sehr vorläufige Eindrücke. Eindrücke, möglicherweise Melden sich da auch noch mehr Leute, reden darüber. Das, was ich höre, was ich an Informationen bekomme, ist mehrheitlich ausserhalb des Kantons Wallis angesiedelt. Hier im Mikrokosmos dieses Faszinierende und ich will das herausstreichen, dieses sehr interessanten und auch geschichtsträchtigen Kantons, Ja, da könnte man vielleicht etwas von einer Wagenburg-Mentalität sprechen, was die... Klischees vielleicht bestätigt. Allerdings, man muss auch immer vorsichtig bleiben mit vorschnellen Verurteilungen, mit pauschalen Beurteilungen. Man liest jetzt auch Berichte, die auf die Anklagebank setzen, nicht nur den Kanton Wallis, sondern die ganze Bergler-Kultur, die schweizerische Lebensart gewissermassen oder die Urwurzeln unserer Lebensart. Und das sind für mich dann überzogene Darstellungen. Denn ich habe grössten Respekt vor den Berglern und die Behauptung, dass da sozusagen Korruption und Filz wesensimmanent seien. Man sagt das, man hört das, man wiederholt das, gibt vielleicht auch eine Kernwahrheit. Aber Tatsache ist auch, dass natürlich in Berggebieten die Leute immer zusammenhalten mussten, um zu überleben in sehr schwierigen Bedingungen. Das prägt natürlich kulturell. Aber man muss auch sehen, dass diese Berglergemeinschaften gerade in den Skisportgebieten ja seit Jahrzehnten einen Sicherheitsbetrieb aufrecht erhalten. Bahnen betreiben, auch Risikosportarten zulassen und eben auch in einem Rahmen zulassen, der nicht geprägt ist von permanenten Sicherheitsmängeln. Also wir haben es hier schon auch mit einem Einzelfall zu tun, mit dieser Brandkatastrophe. Und vor allem mit einem Einzelfall, in dem ein, und verstehen Sie das jetzt richtig, ein im Grunde fürchterliches, grässliches Detail... nämlich die Fehlinstallation einer Schallisolation, verbunden mit einer zu schmalen Treppe, eine Katastrophe heraufbeschworen haben. Also ein letztlich geringfügiges, fahrlässiges oder eventuell vorsätzliches Verhalten hat zu so vielen Toten geführt und so vielen Verletzten. Das ist natürlich schon... Auch unglaublich. Zeigt aber auch, wie risikobehaftet solche Todesfallen von unterirdischen Bars sein können. Jetzt kommen wir zu einem weiteren Punkt. Ich habe das gestern schon kurz angesprochen. Dieser Bürotechnik. Es gibt eine wohl dokumentierte Reihe von Club-Branden. Da bin ich jetzt auch mit Informationen ausgestattet worden. Das sind also nicht wenige. die da weltweit nach dem ähnlichen oder sogar gleichen Muster stattgefunden haben. Und da stellt sich natürlich gleich anschliessend die Frage, wenn man selber ein Barbetreiber ist, muss man sich immer etwas auf dem Laufenden halten. Was machen die anderen? Was läuft da? Man ist über die Trends informiert und natürlich ist man auch über die Trends der Risiken informiert. Und wieso hat man mit dieser Bürotechnik in geschlossenen Räumen unterirdisch dermassen in einer Silvesternacht die Situation übertrieben. Es kursieren ja auch auf dem Internet Berichte, es gibt sogar Filme, in denen man sieht, dass frühere Angestellte dieser Bar darauf hingewiesen haben, hört mal auf mit diesen Champagnerflaschen, passt auf, ihnen war die Brennbarkeit dieser Matten bewusst. Es gibt übrigens auch Berichte, Rezensionen zu anderen Bars, dieses Betreiberbars, wo man Beanstandungen der Gäste liest und dann sehr barsche Reaktionen auch. Das wird es. Also hier ist die Sicherheit, die Kundenzufriedenheit nicht gross geschrieben worden. Dafür der Umsatz. Man verkauft billigen Fussel, auch Champagner, mit diesen pyrotechnischen Instrumenten. Das erhöht dann den Preis, macht gewaltigen Umsatz mit Leuten, die sehr, sehr jung sind. Auch das gilt es noch abzuklären, wie viele ganz junge, also wie viele Kinder, sind ja auch jetzt verletzt in das Kinderspital eingeliefert worden. wie viele von denen waren denn in diesen Bars letztlich zu Gange. Wir haben auf Weltwoche Online ein brisantes Video noch veröffentlicht, vielleicht haben Sie es gesehen, das ist wichtig, jetzt auch ein Beweisstück in den ganzen Verhandlungen, in den Abklärungen, ein Video, das zeigt, dass diese Bar ganz gezielt mit der Pyrotechnik geworben hat. Das ist sozusagen der USP, der Verkaufsschlager dieser Bar, die Pyrotechnik und diese Werbevideos sind ja schon in der Brandnacht gelöscht worden. Man muss sich das vorstellen. Also da haben Leute, vermutlich sind es die Betreiber selber, es heisst die Frau habe das gemacht, diese Videos gelöscht, also Spuren verwischt. Und jetzt sind wir bei der nächsten Geländekammer, die wir hier aufzudröseln und aufzuschlüsseln haben. Das ist die Geländekammer der Staatsanwaltschaft. Auch da, man hört erstaunlich wenig Kritik jetzt davon. Passanten, die darüber reden wollen, man ist sehr, sehr zurückhaltend, aber diese Staatsanwaltschaft hat doch jetzt schon kolossal versagt, in dem Sinn, dass sie wesentliche Spuren nicht sicherte, weil sie keine U-Haft angeordnet hat oder entsprechend Büro versiegelt ist, auch seitens der Behörden. Ich meine, das sieht ja nach einem Fall von Kollusion aus. Zumindest lässt sich dieser Verdacht nicht entkräften. Aber... Da konnten offensichtlich schon in der Brandnacht Spuren gelöscht werden. Das sind erschütternde Fakten, die da ans Licht kommen. Und von diesem Hintergrund ist auch zu verstehen, dass es verschiedene Exponenten gibt, ich zähle mich dazu, die geraten oder sogar gefordert haben, man möge diese Strafuntersuchung ausserkantonal abgeben, um nur schon den Anschein zu zerstreuen, dass hier Befangenheit, Filz und Behördenschlamperei weitergeht. Seitens der politischen Verantwortlichen der Gemeinde, darüber haben wir gesprochen, die sind jetzt völlig abgetaucht, die scheinen überhaupt nicht auf der Höhe der Aufgabe zu sein. Insbesondere der Gemeindepräsident Ferro, der übrigens auch im Organisationskomitee der Ski-WM Grand Montana, die in etwas über einem Jahr stattfinden soll, in diesem Organisationskomitee sitzt. unverständlich, dass dieser Mann nicht Mindestens schon aus diesem Gremium zurückgetreten, ist auch in Rücksichtnahme auf Untersuchungen. Also der klebt, der klammert sich sozusagen an seinen Stuhl. Und das Ganze erhält einen Beigeschmack, immer vorsichtig formuliert, dadurch, dass viele involvierte Stellen Parteifreunde betreffen. Also er selber ist ein Freisinniger. Die Staatsanwältin ist Freisinnige und der kantonale Sicherheitsdirektor ist auch ein Freisinniger. Und die Generalstaatsanwältin, die an den Pressekonferenzen neben dem Gemeindepräsidenten sass, eine Person, die sie eigentlich auch untersuchen, gegen die sie ermitteln müsste, die hat ja mittlerweile... Die Arbeit abgegeben an ein Vierer-Gremium, an eine viel jüngere Kollegin, organisierte Verantwortungslosigkeit. Das sind Facetten, das sind Fakten, das sind auch die atmosphärisch-anekdotischen Themen. Aber wir sind jetzt erst einen Tag hier oben gewesen, also das ist eine vorläufige Sache. Ich bin jetzt gespannt, vielleicht gibt es auch aus dem unmittelbaren Umfeld, aus der Umgebung... Meldungen oder Nachrichten schreiben Sie mir, wenn Sie mich auf etwas hinweisen wollen oder wenn Sie mich auf Fehler aufmerksam machen wollen in meiner Beurteilung. Wenn Sie finden, es sei zu drastisch oder zu wenig drastisch, schreiben Sie an roger.köppel at weltwoche.ch und ich verspreche Ihnen, dass wir diese Fakten oder Hinweise ergebnisoffen prüfen werden. Ich bin nicht hier als Scharfrichter. als Ankläger, sondern als verstörter Schweizer, der sich fragt, um Himmels Willen, wie ist das denn möglich, dass so etwas in unserem Land passieren kann und so etwas darf nicht passieren. Allein die Tatsache, dass es passiert, zeigt, dass hier gewaltig versagt wurde, bis hin zu möglichen kriminellen Verstrickungen, die es nun auch sehr, sehr sorgfältig, klar, die Gerichtshöfe der Medien kennen keine Prozessordnung, die gilt es eben sorgfältig, auch den Rechtsstaat. zu respektieren. Aber eben, wenn der Rechtsstaat dermassen schludrig jetzt von aussen betrachtet vorgeht, dann ist eben auch das Vertrauen in den Rechtsstaat weg. Und die Schweiz kann sich einfach so etwas auch nicht erlauben. Ich bin jetzt nicht einer von denen, die sich freuen, dass jetzt die Schweiz hier am Pranger steht. Ich habe einige Journalistenkollegen und auch Leute im Ausland zum Teil im Verdacht, dass sie sich freuen jetzt, diese ganze Empörung, wie sie es bedauern, dass die Schweiz jetzt da sozusagen ins Zwielicht geraten könnte oder geraten ist. Diese Empörung nehme ich denen zum Teil nicht ab. Ich habe das Gefühl, die freuen sich noch insgeheim, dass die Schweiz jetzt quasi international da in einen Strudel der Anfeindungen und der Kritik gerät. Wobei viele dieser Kritiker aus dem Ausland scheinen mir absolut berechtigt, wobei es auch da Politiker gibt, die jetzt am heutigen Trauertag in die Schweiz kommen. Einige von denen mögen sich da auch vielleicht profilieren wollen, um von Problemen vielleicht auch abzulenken, die sie zu Hause politisch haben. Also, wir bleiben dran. Vielleicht muss man noch hinzufügen, es gibt ja in allen Katastrophen, in allen Fürchterlichkeiten immer auch Lichtblicke. Und ein Lichtblick hier ist sicherlich die Arbeit der ganzen Rettungskräfte, auch der Feuerwehr jetzt im Nachgang der Katastrophe, wie man da die Verletzten geborgen hat. Wie man sie in Spitäler verbracht hat, das ist sicherlich sehr gut gelöst worden, so nach heutigem Kenntnisstand. Und selbstverständlich löst so ein Ereignis neben der Empörung, neben der Wut, die Sie ja bei mir zum Teil spüren, auch eine Art Empathie und Engagement aus, dass man den... Alissern oder dem betroffenen Kanton helfen möchte. Also es gibt etwas wie eine schweizerische Solidarität, aber die darf natürlich nicht so weit gehen, dass man anfängt, das Ganze zuzudecken. Ich bin jetzt gespannt. Ich werde heute Gespräche führen, unter anderem mit einem Opferanwalt. Und das ist ja auch wieder bemerkenswert. Die Staatsanwaltschaft hat den Opferanwälten verboten, mit Medienleuten oder öffentlich generell zu sprechen. Also sozusagen ihren Kasus vorzutragen. Jetzt bin ich nicht Jurist. Ich weiss nicht, ob das legal ist. denen einen Maulkorb zu geben. Aber es ist auch eine interessante Facette, die wir in diesem Zusammenhang beobachten können. Ich werde also gleich heute Morgen abfahren, um hier einen Opferanwalt zu treffen, der mit sehr harten Fakten ausgestattet ist, der jetzt auch international in den Medien eine sehr gefragte Persönlichkeit ist. Wir werden heute an der Direktübertragung der Trauerfeierlichkeiten in Martigny teilnehmen, hier in Grand. Wir haben auch schon mit dem Tourismusdirektor gesprochen. der einen sehr differenzierten und ja auch massvollen Eindruck macht, der eine ganz schwierige Aufgabe hat. Denn Grand ist ja ein Ort der Lebensfreude, ein Ort der Ferien. Und jetzt im Moment das Gegenteil, der Ort eines Friedhofs im Zentrum von Grand. Also wenn man dort ankommt, von einer Bahn der Bergbahn aussteigt, kommt man gleich an diesem Unglücksort vorbei. Darüber habe ich mit Micheline Gall-Miret gesprochen, der früheren Bundesrätin, die eine Wahllesserin ist, sie kommt aus diesem Ort. Sie ist übrigens auch in der Nähe jetzt gerade wohnhaft, allerdings eingeschneit, dichter Schneefall hier im Wallis, auch in weiten Teilen der Schweiz. Und sie hat im früheren Constellation, im Constel, hat sie viele Stunden verbracht. Das war ein Tierum mit auch einer unterirdischen Freizeitanlage, dort wo eben diese Infernobar, dieses Krematorium, diese Feuer- und Todesfalle dann am 1. Januar angesiedelt ist. Dort war früher einfach ein Jugendraum mit Ping-Pong-Tischen und diesen Jöckeli-Kasten oder Döckeli-Kasten, sagen wir in der Schweiz, diese Fussballkästen mit den Stangen. Also eine relativ harmlose Sache, die da eben hochgezüchtet, hochgepusht, hochgepimpt wurde zum umsatztreibenden Barbetrieb mit funkensprühenden Champagnerflaschen. Dieser Pyrowahnsinn übrigens ein weltweites Phänomen. Das entschuldigt nichts, zeigt aber die Fahrlässigkeit, dass hier eben die Barbetreiber sich offensichtlich überhaupt nicht darum gekümmert haben, was da in diesem Zusammenhang an Vorfällen besteht. Das also soweit, wie ich das jetzt in meinem Hirn zusammenziehen kann. Wesentliche Eindrücke. Vielleicht noch weitere Themen des Tages. Nur etwas. Venezuela, Grönland, Amerika und die Schweiz. Also wir sehen ja jetzt einen Zusammenbruch der internationalen Ordnung. Da werden Grenzen und völkerrechtliche Standards verletzt. Auf allen Seiten, auch die Amerikaner jetzt in Venezuela. Und wir schauen ja an, das können wir nicht beeinflussen, aber wir können beeinflussen, was wir machen als Schweizer. Und da ist nun herauszustreichen, dass der Bundesrat sich ganz massiv aus dem Fenster gelehnt hat beim Thema Russland. Also die haben ja das verurteilt, haben sich auf die Seite der Ukraine geschlagen, verbal, keine Militärhilfe, aber Sanktionen übernommen gegen Russland und so weiter. Also massive Neutralitätsverletzungen. Jetzt umgekehrt im Fall Venezuela, sagt der Bundesrat nichts, ist der Mucksmäuschen still, also verhält er sich eigentlich vorbildlich neutral. So hätte er es auch mit Russland machen müssen. Aber wenn er jetzt schweigt und nichts sagt, aber vorher bei Russland sich dermassen exponiert hat, macht diese Landesregierung sich natürlich extrem unglaubwürdig. Und das ist genau das Problem, wenn sie die Neutralität verlassen, wenn das zu einer situativen, politisch dehnbaren Manövriermasse in den Händen von Politikern wird. In einem Fall exponieren sie sich, sind sie nicht neutral, im anderen sind sie neutral. Das ist nicht glaubwürdig. So geht es eben nicht. Und man hat die Kraft nicht mehr zur Neutralität. Und ich sage Ihnen, in dieser Welt der Raubtiere wird die Neutralität zu einer Überlebensfrage. Das ist nämlich auch Bürotechnik, was da auf der internationalen Bühne passiert. Da wird auch überall irgendein Brand angezündet, angefackelt, zum Teil fahrlässig, zum Teil grob fahrlässig, zum Teil absichtlich. Unsere Bundesräte sind Bürotechniker aus Fahrlässigkeit, aus Anbiederungssucht, weil sie die Kraft nicht haben, an der Neutralität festzuhalten. Das ist auch ein gewaltiger Missstand, den wir angesichts der Vorgänge und Kram und Dana... nicht aus den Augen verlieren sollten. Vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit. Das war es von Weltwoche Daily. Wir melden uns heute aus Gran Montana zurück.
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