Ein neuer Bericht des Center for Strategic and International Studies (CSIS), den das Wall Street Journal analysiert, widerspricht dem Bild eines angeblich unaufhaltsamen Wladimir Putin. Der russische Präsident sei weit davon entfernt, den Krieg in der Ukraine zu gewinnen.
Die menschlichen Kosten des Konflikts für Russland sind laut dem Bericht «erstaunlich». Die Zahl der gefallenen Soldaten könnte bis zu 325.000 betragen. Das ist mehr als das Fünffache aller sowjetischen und russischen Konflikte seit dem Zweiten Weltkrieg zusammen.
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Während die gängige Meinung besagt, Putin könne den Krieg durch das endlose Werfen von Männern in seinen «menschlichen Fleischwolf» gewinnen, stünden die territorialen Gewinne in keinem Verhältnis zu den Verlusten.
Besonders drastisch zeige sich dies am Beispiel der Stadt Pokrowsk: Dort rückten russische Truppen zwischen Februar 2024 und Januar dieses Jahres im Durchschnitt lediglich 70 Meter pro Tag vor. Das entspricht in etwa der Distanz zwischen zwei Querstrassen in Manhattan.
Auch ökonomisch stösst Russland an Grenzen. Die Hälfte des Moskauer Budgets fliesst mittlerweile in das Militär, den Sicherheitsapparat und den Schuldendienst. Der Wirtschaft fehle die Dynamik für ein dauerhaftes Engagement, was unter anderem daran deutlich werde, dass Russland keine einzige Firma unter den Top 100 der weltweit wertvollsten Technologieunternehmen stelle.
Für US-Präsident Trump biete dies eine «strategische Öffnung», um durch militärischen und wirtschaftlichen Druck einen «ehrenvollen Frieden» zu erreichen. Putin sei nicht der «unaufhaltsame Mann», für den er sich ausgebe.
Ein schwacher Friedensschluss hingegen würde es dem Kreml-Diktator erlauben, sich «von der Matte zu erheben», um später wieder gegen die Nato aufzurüsten.