Seit Jahrzehnten investieren Staaten kolossale Summen in die Bekämpfung des Klimawandels. Trotzdem schiessen die weltweiten CO2-Emissionen nach wie vor in die Höhe. Circa 37,4 Gigatonnen betrugen diese 2024. Ein Rekordwert. Vielen ist deshalb längst klar: Das Netto-Null-Ziel bleibt eine Illusion.
Etwas anachronistischer zeigt sich die Politik in der Stadt Zürich. Sie unterstützt jetzt «Klimaschutzprojekte» im Ausland mit neun Millionen Franken, um CO2-Reduktionen zu realisieren. Dafür hat sich der linksdominierte Gemeinderat unlängst entschieden.
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Um das globale CO2 in den Griff zu bekommen, wächst die Verwaltung kräftig weiter. Die Stadt sucht nun einen oder eine «Projektleiter*in internationale Klimafinanzierung 80 %». Er oder sie soll künftig die «konzeptionelle und operative Umsetzung des auf fünf Jahre angelegten ‹Pilotprojekts Internationale Klimafinanzierung Zürich› (PIKZ)» leiten.
Christina Wandeler, Bereichsleiterin Aussenbeziehungen bei der Stadt Zürich, sagt: «Mit dem PIKZ will die Stadt Zürich einen wirkungsvollen Beitrag an die Schliessung der globalen Klimafinanzierungslücke leisten.»
In welche Länder die Millionengelder fliessen, ist derzeit noch offen. Beträge für Klimaprojekte im globalen Süden sind noch keine vergeben worden. Während weite Teile der Welt ihre Klimaprojekte überdenken, herrscht in der Limmat-Stadt weiterhin Klima-Enthusiasmus. Es gilt, die Welt vor der Hitze zu retten – im Teilzeitpensum natürlich.
Derweil rechnet der Zürcher Finanzvorsteher Daniel Leupi für das kommende Jahr mit einem Defizit von 350 Millionen. Die Zeiten, in denen die Stadt im Geldüberfluss lebte, dürften womöglich bald einmal vorbei sein. Für neun Millionen Franken fürs Klima in der Dritten Welt aber reicht es noch.