Die CSU hat bei den Kommunal-Stichwahlen in Bayern deutlich verloren und zahlreiche Schlüsselämter eingebüsst. Für Parteichef und Ministerpräsident Markus Söder stellt das Ergebnis eine empfindliche Niederlage dar, wie die Resultate aus mehreren Städten und Landkreisen zeigen.
Besonders deutlich fiel die Schlappe in grösseren Städten aus. In Augsburg verlor die bisherige CSU-Oberbürgermeisterin Eva Weber die Stichwahl gegen den SPD-Kandidaten Florian Freund mit rund 43 zu 57 Prozent. Bereits im ersten Wahlgang hatte Weber nur etwa ein Drittel der Stimmen erreicht. Auch in Regensburg setzte sich mit Thomas Burger ein SPD-Kandidat klar gegen die CSU durch.
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Weitere Verluste erlitt die CSU unter anderem in Bayreuth, Neuburg und Schweinfurt. In Rosenheim gewann der SPD-Kandidat Abuzar Erdogan mit rund 53 Prozent gegen den amtierenden CSU-Oberbürgermeister Andreas März. Damit verliert die Partei auch in bisher stabilen kommunalen Bastionen an Einfluss.
Noch gravierender fällt das Resultat im ländlichen Raum aus. In 23 Landrats-Stichwahlen traten Kandidaten der CSU gegen jene der Freien Wähler an. In 18 Fällen setzten sich die Freien Wähler durch. Sie erhöhen damit die Zahl ihrer Landräte von 14 auf 27 nahezu auf das Doppelte. Selbst in traditionellen CSU-Hochburgen in Oberbayern gingen mehrere Ämter verloren.
Auch in München bleibt die CSU ohne direkten Einfluss. Ihr Kandidat hatte bereits im ersten Wahlgang keine Chance auf die Stichwahl. In der entscheidenden Runde unterlag der von der CSU unterstützte SPD-Amtsinhaber Dieter Reiter dem Grünen Dominik Krause, der sich mit rund 57 Prozent durchsetzte. München erhält damit erstmals einen grünen Oberbürgermeister.
Die Ergebnisse markieren einen breiten Rückschlag für Söder. Die CSU verliert nicht nur einzelne Posten, sondern auch an kommunalem Rückhalt in der Fläche.