Der Wahlprüfungsausschuss des Bundestags hat den Antrag des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW) auf Neuauszählung der Bundestagswahl zurückgewiesen. Die Mehrheit halte die Einsprüche für unbegründet, erklärte Ausschusschef Macit Karaahmetoglu (SPD) in Berlin. Man habe die Beschwerden «sehr genau geprüft», doch der Sachvortrag des BSW habe sich «in allen Teilen als unzutreffend herausgestellt».
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Zunächst muss nun das Bundestagsplenum entscheiden. Sollte es der Empfehlung folgen, kündigt das BSW eine Klage an. Am Ende dürfte das Bundesverfassungsgericht über den Fall urteilen.
Die Partei war am 26. Februar mit 4,981 Prozent knapp an der 5-Prozent-Hürde gescheitert; bundesweit fehlten 9529 Stimmen. Sie behauptet Zählfehler und drängt seit Monaten auf eine Neuauszählung. Ausschussmitglieder berichteten von Zehntausenden E-Mails, mit denen Unterstützer Druck gemacht hatten.
In einer Stellungnahme kritisierte das BSW die Entscheidung scharf und sprach von «machtpolitischen Gründen». Die Ablehnung sei «keine Überraschung». Weiter hiess es, die Regierung fürchte, das BSW könne «zu Recht im Bundestag» sitzen und Kanzler Merz seine Mehrheit verlieren. Der Weg nach Karlsruhe sei nun frei.