Der baden-württembergische SPD-Spitzenkandidat Andreas Stoch steht wenige Tage vor der Landtagswahl wegen einer Szene in einem Fernsehbeitrag in der Kritik. Der Südwestrundfunk (SWR) begleitete den Politiker im Wahlkampf und filmte, wie er unmittelbar nach einem Besuch bei der Tafel in Brühl seinen Fahrer beauftragte, Delikatessen in Frankreich einzukaufen.
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Auf Nachfrage des Senders erklärte Stoch, er nutze Termine in Grenznähe gelegentlich für Einkäufe im benachbarten Ausland. «Eine schöne Entenpastete ist was Herrliches», sagte er. Diese bekomme man hierzulande nicht in der Qualität und zu dem Preis. In dem Film ist wörtlich zu hören, wie er seinem Fahrer sagt: «Dann schickst du mir ein Bild von der Auslage und ich sage dir, was du mir bringst.»
Zuvor hatte Stoch bei der Tafel über soziale Gerechtigkeit gesprochen. In der Debatte um das Bürgergeld würden häufig diejenigen Sparappelle formulieren, die noch «jede Menge Knöpfe übrig hätten». Zudem sagte er: «Ich habe als Student auch nicht im Rewe eingekauft, da bin ich halt auch zum Aldi gegangen. Da war der Wagen halt voller mit’m gleichen Geld.»
In sozialen Medien löste die Sequenz deutliche Reaktionen aus. Unter dem SWR-Video auf Youtube sammelten sich zahlreiche kritische Kommentare. Nutzer sprachen von fehlender Sensibilität und warfen dem Politiker vor, Wasser zu predigen und selbst Wein zu trinken.
Stoch sagte der Nachrichtenagentur DPA: «Das bedauere ich sehr, denn auch bei dem Besuch bei der Tafel ging es mir um die vielen Menschen, die Unterstützung brauchen.» Die Szene könne im Zusammenhang mit dem Tafel-Besuch irritierend wirken. Nach seinen Angaben kam der Einkauf in Frankreich letztlich nicht zustande.