Kurz vor dem Start neuer Verhandlungen mit Teheran ist der amerikanische Nahost-Gesandte Steve Witkoff am Dienstag in Israel eingetroffen. Dort wird er neben Premierminister Benjamin Netanjahu auch den israelischen Generalstabschef Eyal Zamir sowie Mossad-Chef David Barnea treffen. Thema ist der Umgang mit Irans Atom- und Raketenprogramm.
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Israel fordert von Washington eine harte Linie. «Israel verlangt von den USA, dass ein Abkommen mit dem Iran die Entfernung von angereichertem Uran, die Beendigung der Urananreicherung, Beschränkungen bei der Raketenproduktion und ein Ende der Unterstützung für regionale Milizen umfasst», zitiert die Financial Times eine mit der israelischen Position vertraute Person. Andernfalls, so die Warnung, unterstütze Israel einen Angriff auf das Regime.
Die Gespräche stehen im Zeichen wachsender Spannungen. US-Präsident Donald Trump hat in den vergangenen Wochen mehrfach mit Konsequenzen für den Iran gedroht und grosse Militärverbände in die Region verlegt. «Wenn wir etwas erreichen können, wäre das grossartig. Wenn nicht, würden wahrscheinlich schlimme Dinge passieren», sagte er am Montag im Weissen Haus.
Witkoff wird am Freitag in der Türkei erwartet, wo Verhandlungen mit iranischen Vertretern unter Vermittlung mehrerer arabischer Staaten beginnen sollen. Die Islamische Republik zeigt sich jedoch misstrauisch – nicht zuletzt wegen des gemeinsamen US-israelischen Luftangriffs im vergangenen Juni, bei dem drei grosse Atomanlagen zerstört wurden. Dieser erfolgte nur Tage vor geplanten Gesprächen im Oman und sorgte in Teheran für innenpolitischen Aufruhr.
Irans Präsident Massud Peseschkian kündigte an, dass sein Aussenminister Abbas Araghtschi zu «fairen und gerechten Verhandlungen im Interesse der Nation» nach Ankara reisen werde. Eine Einigung auf dem diplomatischen Weg ist damit noch offen. «Ich würde gern ein Abkommen sehen», sagte Trump, «aber ich weiss nicht, ob das zustande kommen wird.»