Zwei Szenen, zwei Welten.
Im chinesischen Tianjin begrüsste Indiens Premier Narendra Modi Kremlchef Wladimir Putin mit einer Umarmung und postete: «Immer ein Vergnügen, Präsident Putin zu treffen.»
Beim Frontbesuch an der belarussischen Grenze spie EU-Chefin Ursula von der Leyen derweil Gift und Galle. «Er ist ein Raubtier», sagte sie über Putin. «Wir wissen aus Erfahrung, dass er nur durch starke Abschreckung im Zaum gehalten werden kann.»
Die Frage erübrigt sich, wer diplomatischer, staatsmännischer, schlicht: klüger ist – Modi oder von der Leyen.
Zum einen gilt im internationalen Verkehr der Staaten zivilisierter Umgang – egal was man vom anderen halten mag.
Zum anderen wird man nach dem Ende des Krieges mit Putin zu tun haben. Selbst wenn er geht, werden Russland und die Russen nicht verschwinden. Und sie hat von der Leyen mit dem Raubtiervergleich ebenfalls beleidigt.
Zum dritten sollte sie als Deutsche Worte über Russland vorsichtig wählen. Vom Raubtier ist es nicht weit zum «minderwertigen slawischen Untermenschen», als den die Nationalsozialisten die Russen schmähten.
Doch wenn es gegen Putin geht, sind bei westlichen Politikern und Medien längst alle Hemmungen gefallen. «Kindermörder» und «Kriegsverbrecher» sind da noch harmlose Schmähungen.
Viel Spass, wenn sie diesem Monster wieder die Hand schütteln müssen.