EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen sieht die geschlossene und zurückhaltende Haltung der Europäischen Union als entscheidenden Faktor dafür, dass US-Präsident Donald Trump seine Drohungen im Streit um Grönland zurückgenommen hat. Dies berichtet Euractiv. «Wir haben erfolgreich Widerstand geleistet, indem wir entschlossen, aber nicht eskalierend und vor allem sehr geeint auftraten», sagte von der Leyen nach einem EU-Sondertreffen in Brüssel.
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Trump hatte zuvor damit gedroht, sechs EU-Staaten mit Zöllen von 25 Prozent zu belegen, weil sie den Fortbestand Grönlands als autonomes dänisches Territorium unterstützten. Der Europäische Rat war danach von Ratspräsident António Costa einberufen worden, um das Vorgehen der EU zu koordinieren.
Auf Nachfrage räumte von der Leyen ein, dass auch andere Faktoren wie diplomatische Bemühungen der Nato, innenpolitische Entwicklungen in den USA oder die Nervosität der Märkte eine Rolle gespielt haben könnten. Entscheidend sei jedoch die Strategie der EU gewesen. Ohne Entschlossenheit, Zurückhaltung und Einigkeit hätten diese Faktoren «nicht funktioniert», sagte sie.
Innerhalb der EU hatte es unterschiedliche Positionen gegeben. Frankreich drängte auf eine rasche Aktivierung des Anti-Zwangs-Instruments, während Deutschland und Italien ein vorsichtigeres Vorgehen befürworteten. Von der Leyen erklärte, die EU sei auf Gegenmassnahmen vorbereitet gewesen, falls die Zölle in Kraft getreten wären.