Die Karriere von Gianna Blum als Co-Leiterin Kommunikation des Departements des Innern (EDI) war kurz. Für den damaligen Bundesrat Alain Berset war sie vom 1. September 2022 bis Ende 2023 tätig. Als dieser ging, war auch Blums Laufbahn in Bundesbern zu Ende.
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Gelohnt hat sich das kurze Gastspiel für Blum allerdings. Wie jetzt bekannt wurde, war sie auf Bersets Geschenkeliste. Insgesamt 750.000 Franken Abgangsentschädigungen spendierte er seinen Vertrauten, wie der Blick herausfand. Gianna Blum kassierte zum Abschied 44.311 Franken – für sechzehn Monate Einsatz.
Dabei galt es in der Wandelhalle des Bundeshauses sowie bei Journalisten stets als Rätsel, warum Alain Berset die ehemalige Blick-Redaktorin überhaupt in einen so zentralen Posten berief. Mit aufsehenerregenden bundespolitischen Storys war Blum nie aufgefallen. Aber dafür, und das sprach wohl für sie, mit butterweichen Interviews mit dem Innenminister in der Corona-Zeit.
Nicht nur die grosszügige Abfindung machte Gianna Blum den Abschied leicht. Ausgestattet mit einem Bundeshausnetzwerk und Referenzen des einstigen Bundespräsidenten heuerte sie bei einer Berner Kommunikationsagentur an. Um dann im Frühling dieses Jahres als Mediensprecherin zur SRG zu wechseln.
Auch da stellen sich Fragen. Knapp zehn Jahre als Journalistin und eine kurze Stippvisite in einem Departement sind kein überragend grosser Rucksack für eine Schlüsselfunktion beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
Aber vielleicht war es ja auch nur ein Zeichen der Wertschätzung für viele Jahre treuen Tauschhandel. Von der SRG wechseln regelmässig Leute in die Bundesverwaltung. Da kann es ja auch mal umgekehrt laufen.
Umso ironischer, wie sehr man sich bei SRF und Co. stets gegen die Bezeichnung «Staatsfunk» wehrt. Die Nähe zwischen dem Bund und der SRG ist mit den Händen zu greifen.