Volkswagen hat die Entscheidung über sein zentrales Investitionspaket kurzfristig verschoben. Wie die Bild-Zeitung aus Konzernkreisen erfuhr, traut sich der Aufsichtsrat wegen der unsicheren Finanzlage derzeit keine belastbare Planung zu. Eigentlich sollte das Gremium am Freitag über künftige Budgets für Modelle, Werke und Technologien entscheiden.
A3929/_JULIAN STRATENSCHULTE / KEYSTONE
Nach internen Prognosen fehlen dem Konzern rund elf Milliarden Euro allein im kommenden Jahr – ein Milliardenloch, das entscheidende Projekte ins Wanken bringt. «Derzeit kämpft jede Marke darum, genug Geld für ihre Pläne zu erhalten», sagte ein Insider der Zeitung. Besonders die geplante Audi-Fabrik in den USA sei kaum realisierbar, da Kapital fehle.
Die Investitionsplanung gilt als Herzstück der Konzernstrategie. Ohne klare Zusagen geraten Zulieferverträge, Entwicklungsprogramme und laufende Umrüstungen ins Risiko. Mehrere Quellen berichten von möglichen Verzögerungen bis ins Frühjahr, sollte keine schnelle Einigung gelingen.
Ursachen für den Engpass sind laut Bild Absatzprobleme in China, US-Zölle sowie parallel nötige Investitionen in Verbrenner und Elektromobilität.
Ob der Aufsichtsrat bereits im Dezember in einer Sondersitzung entscheidet, ist offen.