Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Volksinitiative an der Realität vorbei: SP will jährlich 500 Millionen Franken für Prävention von «Femiziden» aufwenden

Wieder einmal bewirtschaftet die SP Schweiz eines ihrer Lieblingsthemen: «Männer sind Schweine!» Diesmal soll gar eine Volksinitiative zum Thema lanciert werden.

Fröhlich flankiert die Pendlerzeitung 20 Minuten: «2024 starben 26 Frauen, weil sie Frauen sind.» Wo 20 Minuten diese 26 Frauen gefunden hat, ist nicht bekannt: Die Kriminalstatistik des Bundesamts für Statistik jedenfalls verzeichnet 2024 23 weibliche Opfer von vollendeten Tötungsdelikten — und 22 männliche.

© KEYSTONE / MICHAEL BUHOLZER
Plakate liegen auf dem Helvetiaplatz auf dem Boden, an einer Demonstration gegen Toetungsdelikte und Gewalt an Frauen, am Samstag, 11
© KEYSTONE / MICHAEL BUHOLZER

Aber der gute Zweck heiligt bekanntlich auch falsche Zahlen. Ein anderer, oft kolportierter Irrtum: Die Zahl der «Femizide» nähme ständig zu. Das schreibt zum Beispiel der Tages-Anzeiger.

Tatsache ist: Die Zahl der jährlich innerhalb einer (ehemaligen) Partnerschaft oder eines Verwandtschaftsverhältnisses getöteten Frauen und Mädchen schwankte in den letzten fünfzehn Jahren zwischen 14 und 24 – ohne klaren Trend. Währenddessen stieg die Bevölkerungszahl von 7,8 auf 9 Millionen.

Nichtsdestotrotz will die SP mittels Volksinitiative jährlich 500 Millionen Franken bereitstellen für die Bekämpfung von «Femiziden».

500 Millionen? 500 Millionen entspricht ziemlich genau dem Globalbudget – Personal- und Sachaufwand – der Kantonspolizei Bern, dem zweitgrössten Polizeikorps der Schweiz mit rund 2800 Mitarbeitern. Der Kanton Bern zählt eine Million Einwohner.

Die Kantonspolizei Bern ist ein besonders aussagekräftiges Beispiel, weil hier die Regionalpolizei – anders als zum Beispiel im Kanton Zürich – in die Kantonspolizei integriert ist. Im Kanton Zürich mit 1,6 Millionen Einwohnern hat die Kantonspolizei (ohne Stadtpolizei Zürich und Winterthur) ein Budget in ähnlicher Höhe.

Offenbar schwebt der SP vor, die Zahl der «Femizide» wie in Spanien um einen Drittel zu senken. Bei durchschnittlich neunzehn «Femiziden» in den letzten Jahren entspricht dies sechs Menschenleben.

500 Millionen Franken für die Rettung von sechs Menschenleben? Das Budget von 3000 Polizisten, alleine um sechs Menschenleben zu retten?

Mit einem solchen Betrag liesse sich wohl eine Mehrzahl an Menschenleben retten. Aber vermutlich geht es der SP auch gar nicht darum – sondern einzig und allein darum, Geschlechterkampf zu betreiben.

Übrigens: Berücksichtigt man die Bevölkerungsentwicklung, dann ist die Zahl getöteter Frauen «pro Kopf» in den letzten fünfzehn Jahren bereits um 15 Prozent gesunken.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.