Die Berliner Pfarrerin Lena Müller hat im Sommer vier Männer in einer gemeinsamen Zeremonie getraut. Bei einem «Pop-up-Hochzeitsfestival» segnete die 33-Jährige das Quartett und erklärte es damit symbolisch zu einem Ehepaar. Polygamie, also Vielehe, ist in Deutschland zwar verboten – die evangelische Theologin ist dennoch überzeugt, dass Gott nichts gegen diese Verbindung habe. Das berichtet Die Zeit.
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Müller ist Landesjugendpfarrerin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO). Auf Instagram beschreibt sie sich als «Feministin & Pfarrerin». Ihre Arbeit versteht sie als Brücke zwischen Glauben, gesellschaftlichem Engagement und politischer Haltung. Sie setzt sich besonders für Frauen und homosexuelle Menschen ein und verwendet nach eigenen Worten «geschlechtergerechte Sprache», damit sich alle willkommen fühlen.
Politisch bezieht die Pfarrerin ebenfalls Position. «Die AfD ist eine Bedrohung für unsere Geschwister in und ausserhalb der Kirche», schrieb sie in sozialen Medien. Zudem spricht sie offen über ihr Leben mit der chronischen Krankheit Endometriose.
Auch mit ihrem auffälligen Kleidungsstil wolle sie «ein bisschen Staub in der Kirche aufwedeln», sagte Müller dem Blog Hauptstadt-Mutti. Ob ihre Kirche die symbolische Vierer-Trauung billigt oder Konsequenzen zieht, blieb bislang offen.