«Lichtblicke» heisst die Rubrik in der Zeitung Die Welt, in der gute Nachrichten gesammelt werden. Die jüngste Ausgabe widerlegt eine der Erzählungen der Warner vor dem Klimawandel.
Die These: Die Meeresspiegel steigen, flache Inseln gehen früher oder später unter. Betroffen sein soll vor allem der Südpazifik. So müssten beispielsweise schon heute 1200 Inseln der Malediven untergangen sein, wenn die Warnungen der Uno Wirklichkeit geworden wären.
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Laut aktuellen Studien ist aber das Gegenteil der Fall: Die Inseln in der Südsee legen an Land zu. Die Bewohner dort ergreifen nicht etwa die Flucht, ihre Zahl steigt sogar.
Das ist nicht nur das Resultat von künstlichem Landgewinn. Die Inseln wachsen auch ganz natürlich, weil der ansteigende Meeresspiegel für Ablagerungen an den Küsten sorgt.
Luft- und Satellitenbilder, die bis auf 1971 zurückgehen, zeigen dieses Wachstum. Die «Wahrnehmung des Inselverlusts» werde damit infrage gestellt, so die Autoren einer Studie. Auch im nächsten Jahrhundert würden die Inseln «als Besiedlungsstandorte bestehen bleiben», so ihre Prognose.
Demgegenüber stehen dramatische Auftritte wie die des Aussenministers von Tuvalu, der sich noch 2021 knietief im Wasser vor eine Kamera stellte und den drohenden Untergang beschwor. Acht von neun seiner Atolle haben an Land zugelegt, statt es zu verlieren. Auch im Pazifik und im Indischen Ozean war das bei 90 Prozent der Inseln der Fall.
Neu ist diese Erkenntnis nicht. Von Wachstum statt Schrumpfung berichteten Medien schon vor fünfzehn Jahren. Was einige derselben Medien aber nicht daran hinderte, die Legende von den absaufenden Inseln in den folgenden Jahren weiterzuerzählen. Und den Aussenminister von Tuvalu in Gummistiefeln dramatisch ins Bild zu setzen.