«Tausende Migrantinnen scheitern beim Einstieg in einen Beruf», titelt der Tages-Anzeiger. Viele Frauen aus dem Familiennachzug blieben in der Schweiz ohne Job. Das tönt immerhin bereits etwas ehrlicher als die Behauptung von Fabian Schäfer in der NZZ, die Erwerbsquote der ausländischen Wohnbevölkerung betrage 82 Prozent («Es kommen viele, aber die Richtigen»).
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Was tut der Bund gegen die von ihm selber angerichtete Misere? Er will die Frauen aus dem Familiennachzug auf Kosten der Steuerzahler «besser beraten». Fast die Hälfte der Frauen aus dem Familiennachzug hat nämlich nach acht Jahren noch kein oder nur ein sehr geringes Einkommen. Das gilt speziell für Frauen aus dem Kosovo, Nordmazedonien, Brasilien, Indien, Rumänien oder der Türkei.
Der Grund liegt darin, dass es sich eben nicht um die vielgerühmten «Fachkräfte» handelt. Sondern um Zuzüger, deren Qualifikation für den hiesigen Arbeitsmarkt schlicht nicht ausreicht. Auch bestehen wohl zu wenige Anreize und schon gar kein Zwang zum Arbeiten. Denn man kommt dank den Leistungen des hiesigen Sozialstaates auch ohne Job über die Runden.
Es dürften obendrein nicht zuletzt religiös-kulturelle Gründe eine erhebliche Rolle spielen. Mit anderen Worten: Muslimische Zuwanderer dulden nicht, dass ihre nachgezogenen Frauen einer Arbeit ausserhalb des häuslichen Bereichs nachgehen. Daran ändern auch gutgemeinte staatliche Berufs-, Studien- und Laufbahnberatungen nichts.
Falls die durch Familiennachzug gekommenen Frauen – vor allem jene aus Drittländern ausserhalb der EU – dennoch eine Stelle finden, dann im wenig wertschöpfenden Sozial- und Gesundheitsbereich, etwa als Hilfskräfte in Alters- oder Pflegeheimen. Hier zaubern die Gewerkschaften bereits ein Wundermittel aus dem Hut, nämlich eine verkürzte Lehre mitsamt einem schönen Diplom. Im frommen Irrglauben, die Unternehmen würden sich dann um diese Halbausgebildeten reissen.