Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Was machen wir hier? Was ist heute das Thema der Sendung, lieber Christoph? Grüezi miteinander. Wir stehen an der Mauer der katholischen Pfarrkirche von Burgs und haben hinter uns zwei Grabmäler, fachmännisch Epitaphien. Die erinnern an Vater und Sohn Wirsch. Die Wirschs waren ein wichtiges Landleute-Geschlecht hier in Nidwalden, vor allem für Bürger. in Wuchs und Ennetbürgen. Aber sie waren auch zugelassen zur Obwaldner Landsgemeinde, also nicht nur Nid, sondern eben auch in diesem Sinne Obwaldner. Und die Wirschs, teilweise schreibt man sie mit Y, es gibt aber auch Fassungen mit Ü. Die Wirschs waren ganz bedeutende Nidwaldner und waren auch immer wieder in Ämtern zu finden, vor allem in der Alten. Eidgenossenschaft, aber dann eben auch im 19. Jahrhundert. Und daran erinnern die beiden Grabtafeln. Was war die Lebensleistung? Was macht die beiden Wirs zu einem Meilenstein der Schweizer Geschichte? Sie sind etwas ganz Besonderes, denn wir sind in diesem doch lange etwas abgeschlossenen Kanton Nidwalden, der nicht ganz einfach zugänglich war über lange Zeit. Und da meint man, das sei gewissermassen hinter dem Mond und hinter den sieben Bergen. Das war aber nicht so, wie eben das Beispiel der Virschs zeigt. Louis Virsch, der Ältere, nannte man auch Borneo-Virsch, weil der wirklich weit herumgekommen ist. Unter anderem, wie der Name sagt, auch nach Borneo. Er ist geboren im Jahr 1793 und verstorben 1893. 1958 und hat eine eindrückliche Karriere hingelegt. Die beginnt wo? Die beginnt natürlich wie üblich bei der Geburt. Sein Vater war ein wichtiger Mann, politisch ähnelt dem Gebirge, also im Tessin. Da war die sogenannte Fogtei Riviera, auch Untertanengebiet von Uri, Schwyz und Nidwalden. und da hat Er hatte das Vogtamt inne, er war auch in Bellinzona mit Ämtern vertraut. Er war vor allem ein Militär, er war in spanischen Diensten. Da ist ihm dann auch die Familie nach Valencia gefolgt. In Valencia ist auch Louis Virch, der Ältere, geboren. Er hat dort eine Klosterschule absolviert. Aber nach dem frühen Tod des Vaters, die Mutter war übrigens eine von früher aus. Obwalden. Nach dem frühen Tod des Vaters kehrte man zurück zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach Nidwalden und Louis Birsch konnte dann die Klosterschule in Rheinau besuchen und hat später eine kaufmännische Ausbildung in Belfort in Frankreich absolviert. War das der Startschuss zu seiner Reise nach Borneo, oder kam die erst später? Das kam dann etwas später. denn Louis Virch hat schon in Spanien, schon in jungen Jahren, auch das militärische Handwerk von seinem Vater gelernt. Er war ein Militär und trat dann auch in niederländische Dienste. Louis Virch hat die Schlacht bei Waterloo mitgemacht und er ist dann in holländischen Diensten in die Kolonien gereist. Er war in Java. Er war wie gesagt in Borneo, er war auch in Bali. Vor allem aber wichtig dann seine Karriere in Borneo. Was war da seine Funktion, was war da sein Auftrag? Er war gewissermassen Militärgouverneur, aber eben auch Zivilbeamter. Das war so eine Doppelfunktion im Osten und im Süden von Borneo. Er hat aber in Java bereits dann eine Haushälterin. in Anführungszeichen mitgenommen. Das war eine Eingeborene, eine malaysische Japanerin. Die hat er dann eben nicht nur natürlich als Haushälterin beschäftigt, sondern sie war auch Geliebte, er hat sie auch geheiratet. Sie hatten zusammen fünf Kinder, drei haben überlebt und haben das Erwachsenenalter erreicht. Und als er dann in Borneo war, hatte er Aufgaben wie zum Beispiel natürlich Aufstände der Einheimischen, der indigenen Bevölkerung niederzuschlagen, aber eben auch die Verwaltung. gewissermassen auf Vordermann zu bringen. Und das hat er offenbar zur Zufriedenheit seiner holländischen Dienstherren getan. Wie hat es ihm da gefallen? Hat er sich da heimisch gefühlt? Ich meine schon, dass er viele Jahre da verlebt hat, zeigt, dass er sich da akklimatisiert hat. Er hat sicher auch diese Frau sehr geliebt. Und es hat ihm dann aber doch das Heimweh gepackt. so dass er um den Austritt aus seinen Diensten ersuchte. Er ist dazwischen auch mal schwer verletzt worden. Bei einem Aufstand hat ihm jemand wirklich in den Mund geschossen und er war schwer verletzt, hätte es den Gaumen ganz durchschlagen, hätte er zweifellos nicht überlebt. Er war dann immer zeitlebens etwas behindert, glaube ich, im Sprechen. Man hat dann so wie den Gaumen mit einer Proteste... versucht auszufüllen. Diese Prothese existiert noch heute im Nidwaldner Museum, wie überhaupt auch seine Lebenserinnerungen, wobei er etliches selber, vielleicht auch Nachkommen, herausgeschnitten hat. Also die Lebenserinnerungen sind zensuriert, vor allem eben, was diese Haushälterin, diese erste Frau betrifft. Da wissen wir leider recht wenig. Warum? das. war wahrscheinlich hier im katholischen Nidwalden doch ein bisschen skandalbehaftet, denn sie war eine Eingeborene. Die Ehe war so mehr oder weniger offiziell, auch wenn offensichtlich doch durch einen katholischen Priester die Ehe vollzogen wurde. Das war nicht so einfach. Die meisten Niederländer sind ja reformiert. Aber das hat offenbar funktioniert und dennoch hat er diese Frau bei einem Freund zurück. gelassen, mit genügend Geldmitteln ausgestattet. Vielleicht haben sie abgemacht, dass sie nachreist, aber dazu ist es nicht gekommen. Sie ist dann 1832 verstorben und ungefähr gleichzeitig ist dann Louis Birsch zurückgekommen mit zwei seiner Kindern, mit einer Tochter und mit einem Sohn und hat sich hier niedergelassen. Und hier, wie ist sein Leben dann weitergegangen? Es ist interessant, er hat versucht, eine gute Pension zu erhalten von den Niederlanden. Und das ist schliesslich auch geglückt. Er wurde sogar Ritter des Wilhelm-Ordens und hat eine sehr, sehr ordentliche Pension bekommen. In heutigen Geldmitteln vielleicht etwa 160.000 Franken im Jahr. und das erlaubte ihm dann hier eine Ehe einzugehen mit einer Theresia. Stockmann, wenn ich recht unterrichtet bin. Und da hat er dann wieder Kinder, neben diesen beiden, die er mitgebracht hat, aus Java und Borneo. Und die Tochter hat sich verheiratet, ist dann nach Amerika gegangen und der Sohn sollte dann hier eine Karriere einschlagen. Aber dieser Louis Wirsch, der Ältere, ist sehr schnell in hohe Ämter gewählt worden. Er wurde dann auch Landermann. Und er war sogar Kommandant des Nidwaldner Bataillons im Sonderbundskrieg. Obwohl er den Sonderbund und vor allem dann die fanatisierte Geistlichkeit, die dazu auch getrieben hat, nicht besonders schätzte. Denn Louis Virsch war ein Liberaler. Er hat viel von der Welt gesehen. Er war für den Fortschritt. Er hat nicht so gerne gehabt, dass eben die katholische Kirche, obwohl er immer... ein gläubiges Glied dieser Kirche geblieben ist, aber dass sie auch sich zu fest in die Politik mischt, das war ihm nicht geheuer und das hat er abgelehnt. Ist Louis Virsch, ist das... Salop Formel ist der berühmteste Nidwaldner, ist er die Ikone unter den Nidwaldnern? Er ist lange nicht so besonders berühmt gewesen, bis man ihn dann eigentlich wieder entdeckt hat. Eine interessante, vielleicht auch problematische Karriere natürlich im damaligen Kolonialismus. Aber er hat es wirklich, wenigstens geografisch, sehr weit gebracht und nachher eben auch politisch hier weit gebracht. dass nicht Waldner... Das Bataillon kam im Sonderbundskrieg nur am Rande bei Mayerskappel zum Einsatz. Da war also nicht sehr viel los. Das war auch vielleicht ein Glück, denn Duivirsch ist mit praktisch allen Männern, die ausgezogen sind, nach der Niederlage des Sonderbundskriegs wieder zurückgekehrt ins schöne Nidwalden und ist dann ein Vorkämpfer geworden für die neue Bundesverfassung. Denn er war sogar in der Verfassungskommission. Als Liberaler wurde er in diese Verfassungskommission aufgenommen, die dann 1848 die neue Bundesverfassung verabschiedet hat. In einer Volksabstimmung wurde sie akzeptiert. Louis Virch hat auch für das Zweikammersystem nach amerikanischem Muster gestimmt, also Ständerat und Nationalrat. Aber obwohl er sehr sich für diese Verfassung eingesetzt hat, ist sie vom Nidwaldner Volk wuchtig verworfen worden. Eine Kränkung zu Hause bei ihm in Nidwald. Die Kränkung war beschränkt, denn gleichzeitig hat man ihn mit den höchsten Ämtern betraut. Also er wurde immer wieder zum Landermann gewählt, obwohl er eben liberal war. Man hat aber natürlich seine Welterfahrenheit sicher geschätzt. Er muss einen Zugang zur Bevölkerung gefunden haben. Und er war natürlich als Militär akzeptiert. Seine Kinder, Tochter, der Sohn, ist das ihn geworden? Was ist aus den Kindern geworden? Das ist sehr interessant. Die Tochter, wie gesagt, hat sich gut verheiratet, ist dann in die Vereinigten Staaten ausgewandert und der Sohn ist gewissermassen in die Fussstapfen seines Vaters getreten. Auch er wurde ein Müller, denn der Vater hat schon die Mühle in... Ennetbürgen besessen, kam dann später eine Mühle auch noch in Alpnach dazu. Also das war die wirtschaftliche Grundlage, das Müllerhandwerk. Der Sohn hat ebenfalls rasch das Vertrauen der Bevölkerung gefunden. Auch er hat sich verheiratet. Hier zweimal, die erste Frau ist verstorben, dann eine zweite Frau, an die auch hier an der Tafel erinnert wird. genau wie bei seinem Vater. Und er ist Landermann geworden, immer wieder. Er hat sich für die Revision der Bundesverfassung ausgesprochen, 1874, die aber eben natürlich wiederum wuchtig verworfen wurde. Ich glaube nicht, dass Nidwalden je eine Bundesverfassung akzeptiert hat. Der Sohn war ebenfalls liberal. Dazwischen das Lager gewechselt, war dann auch aus politischen Gründen wohl eher bei den Konservativen. Was ihn ganz besonders machte, man sah natürlich, dass er exotisch, dass er anders aussieht. Er hatte den malayischen Typ, die hohen Wangenknochen, die dunklere Haut als die übrigen. Aber das hat die Nidwaldner nicht im Geringsten gestört. Sie haben ihm politisch immer wieder das Vertrauen geschenkt und mit dem höchsten Amt. das die Landsgemeinde zu vergeben hat, ausgestattet. Sie haben ihn sogar in den Nationalrat gewählt, bis er dann 1872 abgewählt wurde, wegen dieser Verfassungsdiskussion, wo er eben zu liberal war. Er war aber immerhin seit 1860 im Nationalrat und er hat auch das Nidwaldner Bataillon, wie sein Vater, wieder kommandiert. Er war also auch ein erfolgreicher Offizier. Und was hier ganz besonders ist, wahrscheinlich ist Louis Virch Junior, der übrigens von 1825 bis 1888 gelebt hat, der allererste im gesamten Westen, könnte man wohl sagen, der allererste Parlamentarier of Color, also der eben nicht genuin weiss war. Also die Nidwaldner waren sozusagen schon... haben schon vielfältig gewählt, bevor das dem Zeitgeist entsprach. Das kann man sagen. Die waren also schon divers und möglicherweise auch woke vor allem anderen. Jedenfalls waren die Vorurteile nicht gross. Man sieht auf Bildern, auf Stichen, dass er wirklich diesen Typus hatte, dass man ganz deutlich merkte, dass er eine Mutter hat, die eben nicht von hier stammt. Es widerlegt sozusagen das Klischee der Hinterwelt. Weltverschlossenheit der Schweiz, das ist eigentlich weg. Das kann man eindeutig sagen. Und dennoch musste man natürlich gegen Vorurteile ankämpfen. Das zeigt eben, dass dieses Tagebuch doch massiv beschwärzt, ausgeschnitten wurde, dass man hier also nicht mehr alles nachvollziehen kann, besonders eben, was die erste Ehe betrifft und die ersten Kinder. Gibt es die Wirschs heute noch oder sind die nicht mehr so bedeutend, wie sie damals waren? Die Wirschs leben und gedeihen auch mit anderen Namen. Also es gibt durchaus Nachkommen. Es gibt auch natürlich auf der weiblichen Seite Nachkommen. Sie sind hier auch gut vertreten an dieser Pfarrkirchenmauer. Da gibt es eine ganze Reihe von Wirschs aus verschiedensten Zeiten. Sie sind also durchaus lebendig. geblieben. Es ist eine interessante Sache. Es gibt auch ein Buch von einem Herrn Etlin, der da einen romanartigen, könnte man sagen, Bericht verfasst hat. Eine Geschichte, wie es hätte sein können. Sehr fantasievoll. Tony Etlin, lesenswert. Es gibt aber auch dann natürlich die Korollialforschung, die sich damit beschäftigt hat. Professor Schär in Lausanne beispielsweise hat hier geforscht über die Schweizer in niederländischen Kolonialdiensten und natürlich auch die problematischen Zeiten aufgezeigt mit so verschupften, etwas versteckten Haushälterinnen, in Anführungszeichen, welche sich die Offiziere hielten, die eben dann auch das Bett teilten. Louis Virg Junior war der Einfassinosum wegen seiner Herkunft, war das überhaupt ein Thema damals im Nidwalden im 19. Jahrhundert, hat das die Leute überhaupt interessiert, bewegt, fasziniert? Das wusste man schon. Im Gegensatz zum Vater hiess er nicht mehr Borneo Louis, obwohl er ja mehr wahrscheinlich von Borneo hatte als der Vater. Aber man hat das so akzeptiert, man hat seine Fähigkeiten geschätzt, er war beliebt, er war offenbar auch ein guter und überzeugender Redner. Er war dann auch hier in Burgs im Gemeinderat über viele Jahre und hat auch auf lokaler Stufe gewirkt. Er war sogar eine Art Fürsprecher, also Rechtsanwalt. Ob er das in allen Details studiert hat, weiss ich nicht. Aber damals war das auch noch nicht so streng. Aber er hat sicher auch Rechtsauskünfte erteilen können, weil er eben natürlich geistig sehr rege war. Aber im Prinzip... war doch das Mühlehandwerk die wirtschaftliche Grundlage. Was weisst du sonst über den Kanton Nidwalden? Du hast eingangs gesagt, dass er doch recht abgeschnitten war von der übrigen Eidgenossenschaft, schwer zu erreichen, auch schwer zu erschliessen. Was weisst du sonst noch über Nidwalden? Was kannst du da berichten? Man kann sicher sagen, dass Nidwalden abgeschotteter war als beispielsweise Obwalden, wo ja doch Passstrassen durchgehen, der Brünig und andere Passmöglichkeiten. Nidwalden war von Luzern her auf dem Seeweg erreichbar, aber verkehrsmässig sonst mit Strassen schlecht erschlossen bis dann ins 20. Jahrhundert hinein. Heute natürlich problemlos durch die Autobahn, den Loppetunnel usw. erreichbar. Aber Nidwalden war wirklich etwas abgeschlossen und das hat man natürlich den Nidwaldnern auch. Nachgesagt, umso erstaunlicher ist, dass die beiden Wirschs eine derart markante und auffällige Karriere machen konnten bereits im 19. Jahrhundert. Was macht den Kanton Nidwalden aus? Was ist da charakteristisch, was ist eigen den Nidwaldnern? Die Nidwaldner sind natürlich vom Typus her konservativ, das ist klar. Sie akzeptieren nicht alles, was da neu kommt. bodenständig, sie haben eine Ältlerkultur, sie haben natürlich viel auch zu tun mit Volksmusik, mit überlieferten Bräuchen. Eine urchige Gegend, aber gleichzeitig ist Lidwolden auch hochmodern in der Technologie, ganz fortschrittlich. Die Pilatuswerke sind hier zu nennen und andere Firmen mehr. Hergeswil ist heute ein Wohnsitz vieler Milliardäre, könnte man glaube ich sagen. Und es hat nun wirklich enorme Fortschritte gemacht, was da diesen Kanton... betrifft, da haben wir enorme Schritte in die moderne Zeit, auch natürlich durch eine geschickte Steuerpolitik, durch die Reiche angezogen wurden. Ähnlich unterwegs ist auch Obwalden. Obwalden vielleicht landschaftlich noch etwas reizvoller, aber das darf man hier vielleicht nicht so laut sagen, aber auch Nidwalden ist natürlich eine Reise wert und besonders auch das Museum in Nidwalden Und... wo einzelne Stücke dieser beiden Wirfs noch immer zu bewundern sind und wo auch entsprechende Dokumente lagern. Vielleicht noch abschliessend, was ist für dich das Geniale an Nidwalden? Wo liegt die Faszination bei diesem Halbkanton, der ja nicht so bekannt ist? Nidwalden war lange Zeit ein Landsgemeindekanton, wie Obwalden auch. Das hat man aufgrund der hohen Bevölkerungszahl dann aufgeben müssen. Aber Nidwalden ist ein wirklich sympathischer Kanton, in dem er eben mit Obwald zusammen zu den Gründern der Eidgenossenschaft gehört. Man muss allerdings sagen, dass die Obwaldner etwas mehr Rechte hatten und auch mehr Ratsstellen zugute in der alten Eidgenossenschaft. Also sie waren etwas prominenter vertreten. Und die Nidwaldner haben den Obwaldner lange nicht verziehen. Da gibt es natürlich grosse Rangeleien und auch ein gewisses Eifersüchteln aufeinander. Die Nidwaldner haben den Obwaldner lange nicht verziehen, dass sie durch die Franzosen dermassen verheert wurden, während die Obwaldner, wie man in Nidwald sagt, auch durch Verrat eher verschont blieben. Nidwalden ist damals ganz enorm entsetzlich heimgesucht worden in diesem Franzoseneinfall. Im Jahr 1798 sind Hunderte von Häusern angesteckt worden und sehr, sehr viele Menschen, auch Zivilbevölkerungsteile wurden niedergemacht durch die Franzosen, weil eben die Nidwaldener Widerstand leisteten gegenüber diesem Einmarsch. Und inwiefern haben die Inseln in Indonesien, Borneo, Java und Bali, wo ja eben Louis Virch gewohnt hatte, wo er sich akklimatisiert hat, wo er, glaube ich, nicht geheiratet hat, aber zumindest zwei Kinder entstanden sind, wie haben diese Inseln Nidwalden geprägt? Was hat er, was hat Virch Inspirierendes mitgenommen, um dann hier quasi so ein bisschen... Ja, was haben die Nidwaldener abgekupft von Indonesien? Das ist eine schwere Frage, aber sicher hat er natürlich mitgenommen, dass es anderswo auch noch Menschen und Gebräuche gibt, dass die Welt grösser ist als dieses Nidwalden, dass es grösser ist als Europa sogar. Das waren natürlich damals enorme Reisen, das waren monatelange Reisen, wenn man in solche Ferne ging. Das hat er sicher mitgenommen, diese Weltoffenheit. Und er hat dadurch sicher auch ein Verständnis entwickelt für den modernen Bundesstaat, dass es nötig ist, dass die Kantone sich eben einigen und finden und dass allzu enge Grenzen zwischen den Kantonen nicht gut sind für die wirtschaftliche Entwicklung. Also da hat sicher dieser Aufenthalt ihm die Augen geöffnet für die grosse, weite Welt. und das hat ihm dann auch eine gewisse Perspektive gegeben für diesen Kanton. Lieber Christoph, ganz herzlichen Dank für diese Ausführungen. Ihnen danken wir für die Aufmerksamkeit, wünschen Ihnen ein wunderschönes Wochenende, einen schönen Samstag und bis zum nächsten Mal bei Weltwoche Daily Spezial und vor allem Meilensteine der Schweizer Geschichte. Vielen Dank.

Loading the player...

Meilensteine der Schweizer Geschichte: Prof. Christoph Mörgeli über Louis Wyrsch, Kolonialoffizier in Borneo, und die faszinierende Diversität der Nidwaldner schon im 19. Jahrhundert

Anhören ( 24 min ) 1.0× +
Meilensteine der Schweizer Geschichte: Prof. Christoph Mörgeli über Louis Wyrsch, Kolonialoffizier in Borneo, und die faszinierende Diversität der Nidwaldner schon im 19. Jahrhundert
Meilensteine der Schweizer Geschichte: Prof. Christoph Mörgeli über Louis Wyrsch, Kolonialoffizier in Borneo, und die faszinierende Diversität der Nidwaldner schon im 19. Jahrhundert
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾
Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 31.03.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.