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Grüezi miteinander, ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde aus Nah und Fern. Ich begrüsse Sie zu einer weiteren Sondersendung von Weltwoche Daily, die andere Sicht, unabhängig, kritisch, zuversichtlich am Freitag, dem 9. Januar 2016. Wir stehen vor der Staatsanwaltschaft in Sitten. Schon seit den frühen Morgenstunden ist hier ein grosser Medienauflauf zu beobachten. Viele Journalisten aus Italien, da sind die Fragen gross, enormer Druck aus dem Ausland. Und alle versuchen da ein Bild, ein Zitat, ein Gesprächsfetzen, eine Anekdote aufzufangen von den Beteiligten der jetzt hier stattfindenden. Beweiserhebungen und Vernehmungen. Soeben ist eingetroffen das Betreiberpaar aus Frankreich, Corsica, die Familie Moretti, das E-Paar Moretti. Das sind die mutmasslich Hauptverantwortlichen der Brandkatastrophe vom 1. Januar. Die Frau mit Sonnenbrille und dick eingepackt in schwarze Kleider. gekommen der Ehemann, der Wirt, schweigend auf dem Boden starrend, belagert von einer ganzen Legion von Journalisten. Haben Sie sich da einen Weg gebahnt? Soweit ich das beurteilen kann, haben Sie nichts gesagt, keine Statements. Man wollte von Ihnen eine Entschuldigung hören an die Opferfamilien, aber ich stand... ein bisschen zu weit weg, um das zu nehmen, aber ich glaube nicht, dass sie irgendetwas gesagt haben. Ich konnte ein paar Filmaufnahmen machen, die möglicherweise meine Kollegen hier in diesem Bericht eingeschnitten haben. Kurz darauf Anwälte, vor allem der prominente Opferanwalt Sebastian Fanti. Ich habe mit ihm vorher noch in den frühen Morgenstunden ein halbstündiges Interview machen können. Sehr eindrücklich, was er sagt. Werden wir aufschalten? Unglaublich, dass die Staatsanwaltschaft den Opferanwälten einen Maulkorb verpasst hat. Zumindest gewöhnungsbedürftig. Man muss das natürlich juristisch abklären. Aber sehr, sehr fragwürdig. Eigentlich dürfen die gar nicht mehr über den Prozess sprechen, hat mir Herr Fanti gesagt. Eine im Grunde absurde Regelung, an die sich ja auch die ausländischen Anwälte kaum halten werden. Denn natürlich ist die Trauer, ist die Wut, ist die Empörung. bei den Opferfamilien riesig. Und Herr Fanti hat mir gesagt, der Opferanwalt, dass das Vertrauen in die Justizbehörden hier im Kanton Wallis an einem sehr, sehr tiefen Punkt angelangt sei. Viele würden auch hier begrüssen, dass man diese Untersuchungen übertragen werde an eine unabhängige ausserkantonale Instanz. Ja, die Brandkatastrophe, eine unglaubliche Verkettung. Von Inkompetenz, Behördenschlamperei und kriminell anmutender Fahrlässigkeit mit bürotechnischem Innenraum. Wahnsinn Mit dem hat die Bar dann auch noch massiv Werbung gemacht. Sechs Jahre lang keine Kontrollen durch die Behörden. Und viele fragen sich, wenn alles noch mit rechten Dingen in der Schweiz zugeht, dann müssen ja wohl nicht nur die Wirte, sondern auch die Behörden, zumindest die verantwortlichen, zuständigen Stellen da sein. hinter Gitter wandern müssen. Anders könne da dieses fürchterliche Unglück nicht gesühnt werden. Das sind Einblicke, das sind ein paar Szenen hier von der Staatsanwaltschaft in Sitten. Der Tag bricht an, Sie sehen es, es hat geschneit, mächtiger Schneefall über die Nacht, passt zur allgemein frostigen Atmosphäre, allerdings unter dem Schnee brodelt es, züngeln die Flammen der Wut. Hoch, um in diesem Bild des Infernos zu bleiben. Ein Fall, der vor allem auch in der internationalen Presse ein gewaltiges Interesse auslöst. Natürlich auch, wie immer in solchen Fällen, viel Profilierung im Spiel, insbesondere auf Seiten der Politik. Heute der grosse Trauertag in Martigny, die Abdankungsfeier in Gran Montana. Es findet eine direkte Übertragung statt. Wir werden dort sein und ich habe auch weitere Gesprächspartner heute vor der Kamera. Sehr schwierig ist es mit Behördenvertretern in Kontakt zu kommen, die sind regelrecht abgetaucht. Passt hier zu diesem Bild der Intransparenz. Jeder möchte sich Irgendwie hat man das Gefühl, in Sicherheit bringen, nichts Falsches sagen, weil man sich schuldig fühlt, weil man vielleicht glaubt, dass das eine oder andere gegen einen verwendet werden könnte. Und vor allem die Gemeinde hat da mit ihrer zutiefst fragwürdigen Pressekonferenz eine ganze Pandora-Büchse von Fragen noch geöffnet. Der Gemeindepräsident, der offenkundig Dinge gesagt hat, die nicht stimmen, die er dann korrigieren musste und man... Es ist fassungslos, dass hier einfach Leute, die ja den Laden im Griff haben sollten, unbestätigte Fake News von sich geben. Journalisten sind beleidigt worden, angegangen, angerempelt, übrigens auch vom Betreiberpaar. Da sind französisch sprechende Grobiane auf Journalisten des Blick losgelassen worden. Derweil kommen im Minutentakt belastende Details ans Licht. Wir haben ein Video aufgeschaltet der Bar indem sie wirbt mit der ganzen Pyrotechnik in den Innenräumen, dass da angesichts der dokumentierten Reihe an Clubbretten niemand in Grand Montana auf die Idee gekommen ist, mal nachzuschauen, was dieser umtriebige Wirt aus Corsica, der dem organisierten Verbrechen angehörte, was der da getrieben hat. Das braucht schon sehr, sehr viel Vorstellungskraft, um sich so etwas überhaupt zu vermitteln. Als Inkompetenz, als bloße Inkompetenz zurechtzulegen. Ich habe mit Leuten gesprochen die sagen: "Ja der habe die sicher geschmiert die Behörden." Da ist Bestechung vorgefallen. Also hier steht also wirklich eine ganze kantonale Justiz- und Behördeninfrastruktur am Pranger. Und die Walliser Behörden tun gut daran das lückenlos aufzuklären, weil das kann schon einen beträchtlichen fürchterlichen Schatten nicht nur auf diesen Kanton werfen angesichts der grässlichen Umstände. Noch immer liegen über 100 Schwerverletzte in Spitälen, entstellt fürs Leben. Und viele Familien haben junge Menschen verloren. Alle Eltern, die hier zuschauen, ich gehöre auch dazu, vier Kinder. Man macht sich keine Vorstellung, was hier in diesen Menschen vorgehen muss. Ja, die Kameras, die Aufmerksamkeit gerichtet jetzt. auf die Justizbehörden, auf die Vorgänge in Gran Montana. Eine weitere Facette, auch das haben wir mit dem Opferanwalt besprochen, habe ihn gefragt, wie kann in der Schweiz ein Vorbestrafter, ein in Frankreich Verurteilter, und zwar wegen schweren Delikten, verurteilter Krimineller überhaupt eine Restaurant-, eine Unternehmenslizenz bekommen, in einem Kanton wie Wallis, sich auszeichnet durch eine gewisse Geschlossenheit, ist ja nicht so, dass die Leute hier naiv wären. Sondern im Gegenteil, man ist ja gerade in den Bergregionen aus guten Gründen etwas kritisch, vor allem auch, man sieht das ja auch ausserkantonal, wenn man da kommt, das wird nicht geschätzt. Davor habe ich Respekt, das kann ich verstehen, aber wie ist es dann möglich, dass solche luschen, schummrigen Figuren hier ein Restaurant eröffnen können? In einer der schönsten Berggemeinden der Schweiz, und das ist wirklich ein Paradies, wie mir Frau Dallmirett, die frühere Bundesrätin, gesagt hat. Das ist eine Katastrophe im Paradies. Aber wenn dieses Paradies natürlich Leute reinlässt mit einschlägiger Vergangenheit, wenn man die nicht kontrolliert, wenn da das ganze Immunsystem ausgeschaltet scheint, dann stellen sich Fragen, die wirklich ganz seriös abgeklärt werden müssen. Wir bleiben dran für Sie. Ich werde jetzt auch noch im Kanton mit weiteren Kollegen sprechen, auch mit Journalisten. Ich werde den Wallis-Verboten besuchen, der hier eine wichtige Rolle spielt in der Aufdeckung der Ereignisse. Wir werden mit Exponenten des Tourismus sprechen, die natürlich auch schauen müssen, dass das Leben irgendwie weitergeht. Und selbstverständlich versuchen wir auch, in Kontakt zu kommen mit den politischen Autoritäten. Das war's fürs Erste hier aus Sitten. Ich wünsche Ihnen einen guten Tag. Bleiben Sie dran bei der Weltwoche. Wir setzen uns ein, dass da etwas Licht in diese Dunkelkammer hineinkommt und melden uns zurück.

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Inferno von Crans: Die Barbetreiber Moretti betreten die Walliser Staatsanwaltschaft in Sitten

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Inferno von Crans: Die Barbetreiber Moretti betreten die Walliser Staatsanwaltschaft in Sitten
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