Seit der Entführung des Ehepaars Maduro wogt die Debatte, ob man Donald Trumps Kommando-Aktion und Wladimir Putins Einmarsch vergleichen kann. Schliesslich vergriff sich jeweils ein grösserer Staat an einem kleineren, und beide machten eine Gefahr für die eigene Sicherheit geltend.
Für die USA war es der Drogenstrom aus Venezuela, der das Land gefährdete. Doch Venezuela ist kein Narko-Staat in dem Sinn, das dort Drogen hergestellt werden. Es ist Transitland für Ware aus Kolumbien, die überwiegend nach Europa geht. Und vielleicht wäre es zielführender, wenn sich Washington fragen würde, warum sich so viele Bürger mit narkotisierenden Substanzen betäuben.
Russland hingegen argumentierte seit Jahren, dass es das Vorrücken der grössten Militärallianz der Weltgeschichte direkt vor die eigene Haustür als existentielle Gefahr einschätzte. Mit einer Mitgliedschaft der Ukraine in der Nato wäre das Fait accompli komplett.
Entscheidend dabei ist nicht, ob die Nato tatsächlich aggressive Absichten gehegt hätte. Entscheidend ist, wie sich das potentielle Opfer fühlt. So wie der Jogger, der nicht unbedingt dem Besitzer des knurrenden Rottweilers glaubt, der ihm versichert, er wolle nur spielen.
Wenn man denn Venezuela und die Ukraine vergleichen will, dann gibt es nur ein Resultat. Moskau hatte und hat die stichhaltigeren Argumente.