Kurz vor der spektakulären Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Spezialeinheiten Anfang Januar hat sich ein Machtwechsel im Hintergrund abgezeichnet: Delcy Rodríguez, nun Präsidentin Venezuelas, und ihr Bruder Jorge, Chef der Nationalversammlung, sollen Washington über Mittelsmänner ihre Bereitschaft zur Kooperation zugesichert haben – allerdings erst für die Zeit nach Maduros Abgang.
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Das berichtet der britische Guardian unter Berufung auf vier hochrangige Quellen, die direkt in die Vorgänge involviert gewesen seien. Die geheimen Gespräche mit US- und katarischen Vertretern begannen demnach bereits im Herbst 2025 – Monate vor der finalen Operation. Auch ein Telefonat zwischen Donald Trump und Nicolás Maduro Ende November spielte eine zentrale Rolle. Darin soll Trump dem venezolanischen Machthaber unmissverständlich den Rücktritt nahegelegt haben – erfolglos.
Wie der Guardian schreibt, haben Delcy und Jorge Rodríguez nicht aktiv an der Entmachtung mitgewirkt, sondern sich darauf beschränkt, eine reibungslose Übergabe zu versprechen. Einer der Informanten wird zitiert: «Delcy war bereit. Sie sagte: ‹Maduro muss weg.›»
Die venezolanische Regierung wies den Bericht als «Fake» zurück, ohne ihn näher zu kommentieren. Das Weisse Haus äusserte sich nicht.