Lima
US-Staatssekretär Marco Rubio hatte es bereits am Sonntag verkündet, das Regime in Havanna bestätigte es nun offiziell: beim Coup gegen den venezolanischen Diktator Nicolás Maduro vom letzten Samstag wurden 32 kubanische Milizionäre getötet. Bezüglich der Gesamtzahl der Toten gibt es keine offiziellen Zahlen; wie aus Venezuela durchsickerte, sollen es 37 sein.
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Maduros Verhaftung fand im Fuerte Tiuna statt, einem weitläufigen Campus in Caracas, gleichsam dem Herz der venezolanischen Armee mit zahlreichen Gebäuden. Das US-Kommando wusste offenbar genau, wo sich Maduro aufhielt und wer in begleitete. Dass – immer nach bisherigen Informationen – nur wenige Venezolaner beim Einsatz starben, deutet darauf hin, dass zumindest Teile der venezolanischen Armee in den Coup involviert waren.
Dass der Repressions- und Sicherheitsapparat von den Kubanern kontrolliert wird, ist in Venezuela ein offenes Geheimnis. Seit 2001 versorgt Venezuela Kuba praktisch gratis mit Öl, welches das Regime in Havanna zum Teil auf dem Weltmarkt weiterverkauft. Im Gegenzug schickte Kuba Zehntausende von Ärzten, Sanitätern und «Beratern» nach Venezuela. In Tat und Wahrheit handelt es sich dabei oft um Agenten und Milizionäre, die zahlreiche Schlüsselstellen in der Verwaltung besetzen und die nach den Methoden und der Doktrin des sowjetischen KGB ausgebildet wurden.
Schon Präsident Hugo Chávez (1999–2013) traute seinen eigenen Militärs nicht. Nach seiner Krebsdiagnose begab er sich nach Havanna, wo er nach Monaten der Agonie starb. Sein Nachfolger Nicolás Maduro, ein ehemaliger Busfahrer, wurde von den Kubanern (ideologisch) ausgebildet und im Präsidentenpalast installiert. Diosdado Cabello, der «Spiritus Rector» des Regimes, trat in die zweite Reihe zurück. Maduro – im Gegensatz zu Chávez und Cabello kein Militär – misstraute der venezolanischen Armee erst recht. Mit seiner Amtseinsetzung übernahmen die Kubaner definitiv die Kontrolle über Venezuela.
Als die venezolanische Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado gefragt wurde, warum sie eine militärische Intervention der USA in Venezuela gegen das Maduro-Regime unterstütze, erklärte sie: «Venezuela wird schon lange von ausländischen Mächten besetzt.» Was sie damit meinte, kam bei der Verhaftung von Diktator Maduro plastisch zum Ausdruck.