Mit Blick auf die Fussball-Weltmeisterschaft 2026 plant die Regierung von US-Präsident Donald Trump eine drastische Verschärfung der Einreisevorgaben: Künftig sollen Besucher nicht nur ihre Kontaktdaten, sondern auch ihre Aktivitäten auf sozialen Medien der letzten fünf Jahre offenlegen. Das geht aus einem Vorschlag der US-Grenzschutzbehörde hervor, über den das Portal Politico berichtet. Die Massnahme stösst international auf scharfe Kritik.
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Betroffen wären auch Reisende aus visumsfreien Staaten wie Deutschland, Frankreich oder Grossbritannien. Neben Profilen in sozialen Netzwerken verlangt der Plan auch Angaben zu E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Wohnorten der letzten Jahre. Die Regelung soll Anfang 2026 in Kraft treten – also kurz vor Beginn der Fussball-WM, die die USA gemeinsam mit Kanada und Mexiko austragen.
Der irische Europaabgeordnete Barry Andrews verurteilte die Pläne scharf: «Selbst die schlimmsten autoritären Staaten der Welt haben keine solche offizielle Politik», sagte er. Millionen Europäer würden sich unter diesen Bedingungen nicht mehr sicher fühlen, auch viele Fussballfans nicht.
Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch warnten vor einem Eingriff in grundlegende Freiheitsrechte. Auch von Fanseite kommt Widerspruch. Das Vorhaben sei ein Rückschritt in Richtung flächendeckender Überwachung, sagte Ronan Evain von Football Supporters Europe.
Die Fifa wollte sich nicht äussern und verwies auf das US-Aussenministerium.