Washington und Moskau verhandeln laut Reuters über eine mögliche Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen nach Europa – eine geopolitische Wende, die zugleich ein Friedenssignal im Ukraine-Krieg sein könnte. Acht mit den Gesprächen vertraute Quellen berichten von diplomatischen Annäherungen, bei denen auch US-Investoren eine Rolle spielen sollen.
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Seit dem russischen Einmarsch in der Ukraine 2022 hatte Europa russische Energieimporte drastisch reduziert. Gazprom verzeichnete 2023 einen Milliardenverlust. Inzwischen deckt Russland nur noch 19 Prozent des europäischen Gasbedarfs, vor allem über LNG-Flüssiggas und die Turk-Stream-Pipeline. Dennoch besteht laut Kreml-Sprecher Dmitri Peskow weiterhin Nachfrage: «Es gibt einen Gasverkäufer, und es gibt potenzielle Käufer.»
US-Vertreter wie der Gesandte Steve Witkoff und Putins Investmentvermittler Kirill Dmitriew sollen laut Reuters Gespräche über mögliche Geschäftsmodelle geführt haben, bei denen amerikanische Unternehmen russisches Gas kaufen und nach Europa weiterverkaufen könnten. Auch ein Einstieg in Pipelines oder sogar Gazprom selbst steht zur Diskussion.
EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen lehnt eine Rückkehr zu russischen Energielieferungen kategorisch ab: «Das wäre ein Fehler von historischem Ausmass.» Dagegen zeigen Länder wie Ungarn, die Slowakei und Belgien weiterhin Interesse an russischem Gas.