Die US-Regierung hat beschlossen, die Lieferung bestimmter Luftabwehrraketen und Präzisionsmunition an die Ukraine einzustellen. Der Schritt erfolgt laut dem Onlineportal Politico nach einer internen Überprüfung der Munitionsbestände des Pentagon, die eine drastische Abnahme bei Artilleriegeschossen, Flugabwehrraketen und hochpräzisen Waffensystemen offenbart habe.
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Massgeblich für die Entscheidung verantwortlich ist Elbridge Colby, oberster Pentagon-Planer, der sich mit der Sorge durchgesetzt habe, dass die US-eigenen Lagerbestände zu stark geschrumpft seien. Betroffen sind unter anderem Raketen für das Patriot-System, Hellfire-Munition sowie Lenkwaffen für F-16-Kampfjets und Drohnen. Die Ukraine verliert damit genau jene Systeme, die sie laut Beobachtern aktuell am dringendsten benötigt, um russische Angriffe abzuwehren.
Laut Politico ist der Entschluss bereits im Juni gefallen, wurde aber erst jetzt umgesetzt – inmitten neuer russischer Luftoffensiven, die zu den heftigsten seit Kriegsbeginn gehören. In einem Statement rechtfertigte das Weisse Haus die Massnahme mit «Amerikas Interessen», die angesichts der globalen Sicherheitslage Priorität hätten. Vize-Pressesprecherin Anna Kelly sagte: «Die Stärke der US-Streitkräfte bleibt unangefochten – fragen Sie den Iran.»