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Grüezi miteinander, ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde. Ich begrüsse Sie zur schweizerischen Ausgabe von Weltwoche Daily, die andere Sicht, unabhängig, kritisch, gut gelaunt am Montag, dem 11. August 2025. Interessante internationale Bewegungen am nächsten... Freitag findet in Alaska, sinnigerweise in Alaska, ehemaligem russischem Territorium, das seit langem wieder erste Gipfelgespräch zwischen einem amerikanischen und einem russischen Präsidenten statt. Trump und Putin scheinen sich da verständigt zu haben und dies könnte nun also wirklich einen möglichen Durchbruch beim Krieg in der Ukraine bringen in Richtung Frieden. EU. zeigt sich zwar nicht einverstanden mit dem, was an möglichen Einigungskompromissen bis jetzt durchgesickert ist. Man stellt sich hinter die Ukraine, man stellt sich hinter den ukrainischen Präsidenten Zelensky, der ebenfalls Kritik übte, aber dass der amerikanische Präsident und der russische Präsident jetzt zusammenkommen, für mich, ohne Zynismus, darf man das begrüssen. Begrüssen hoffen wir, dass es dazu einer Einigung kommt und das zeigt insgesamt, was wir jetzt in der Schweiz natürlich nicht so gerne hören, weil wir unsere Probleme haben mit dem Weissen Haus, mit dem amerikanischen Präsidenten. Aber es ist schon unglaublich, was Donald Trump da für einen Lauf hingelegt hat im Zollkrieg, unter anderem mit der Schweiz, scheinen seine kurzfristigen Ziele zumindest aufzugehen. Die Börsen sind nicht ab... Er schafft es, für die USA vorteilhafte Deals zu machen. Eine ganz andere Frage ist, wie sich das langfristig auf die US-Wirtschaft auswirken wird. Ich bin kein Befürworter und kein Freund einer Zollpolitik. Ich bin ein Freihändler. Ich bin dafür, dass sich die Leistung durchsetzt, ohne dass man politische Begleitmassnahmen verabschiedet. Aber Trump hat sich mit seiner Philosophie, mit seiner Powerplay-Politik, jetzt doch eine starke Position verschafft. der hat... so eben einen Frieden vermittelt zwischen Aserbaidschan und Armenien im Kaukasus, also in der unmittelbaren Nachbarschaft von Georgien. So jetzt ist auch klar, warum dieses Land da in meine Synapsen hineinfunkte. Also auch da ein diplomatischer Durchbruch durch den amerikanischen Präsidenten. Man hat da eine territoriale Einigung gefunden, auch bestimmte Durchgangsrechte. Strassen, die dann von den Amerikanern observiert und garantiert werden. Natürlich nicht ohne, dass die Amerikaner da auch noch etwas Geld verdienen. Jetzt eben das Meeting in Alaska. Also der US-Präsident legt da ein unglaubliches Tempo hin. Und bevor man das jetzt alles in Bausch und Bogen verwirft, immer auch aus der amerikanischen Perspektive betrachtet, aber nicht nur, das sind grosse Erfolge, auch wenn wir in der Schweiz jetzt im Moment darunter zu... Das bringt mich zum zweiten Thema, vielleicht zum wichtigsten in unseren Medien. Allein unter Raubtieren, der Zollhammer der Vereinigten Staaten gegen die Schweiz, gibt nach wie vor zu denken und zu nagen. Und jetzt kommen natürlich die EU-Turbos aus der Deckung. Sie steigen auf die Barrikaden und interessanterweise kippt vorneweg die Neue Zürcher Zeitung. Also da der Chefredaktor Erik Guyer, ein alter Freund und Bekannter von mir. Wir haben... mehr oder weniger gleichzeitig angefangen, damals bei der NZZ 1987. Auch ich verdanke der Neuen Zürcher Zeitung viel. In meiner journalistischen Ausbildung habe ich den Erik Guyer, den heutigen Chef, immer respektiert als Kollegen, auch wenn er als Korrespondent war, beispielsweise in Berlin usw. Also bei aller rivalisierenden Konkurrenzbeziehung gibt es da doch auch Respekt, zumindest von meiner Seite. Ich glaube, dass das durchaus... auch erwidert wird. Jetzt aber Eric Goyer mit einem Plädoyer, wie ich sagen würde, der Kopflosigkeit, der Panik. Er sagt, die Schweiz müsse jetzt enger zusammenarbeiten mit der Europäischen Union. Alleine seien wir eben diesen Raubtierstaaten ausgeliefert. Das Anlehnungsbedürfnis der NZZ überwiegt, nachdem diese Zeitung zuletzt erstaunlich kritisch über das, wie ich es nenne, EU-Unterwerfungsabkommen berichtet hat, das wird jetzt zur Seite geschoben. Wobei Gouir am Schluss dann doch nicht ganz so überzeugt scheint. Er schreibt, eine enge Zusammenarbeit mit der EU ist eine Rückversicherung in einer unberechenbaren Zeit. Welt. Wer das nicht wenigstens in Betracht zieht, hat aus dem Debakel mit Trump nichts gelernt. Also wir ziehen es in Betracht und verwerfen es auch gleich wieder. Selbstmord aus Angst vor dem Sterben ist eine schlechte Strategie. Und der Glaube, dass die Schweiz auch wirtschaftlich besser dran ist, wenn sie sich andockt an das Bürokratie-Monster von Brüssel, wenn man all diese Regeln, diese schlechteren Rahmenbedingungen übernimmt und gleichzeitig Die Schweiz auch aufgibt im Sinne der Selbstbestimmung, dass wir also dann einen Grossteil der Gesetze direkt aus Brüssel importieren und nicht mehr selber unsere Rahmenbedingungen besser gestalten können, als dies unsere EU-Nachbarn machen, auch gezwungen sind zu machen, weil eben da in dieser kollektivistischen Soße natürlich auch der Druck gross ist, dass alle in die gleiche Richtung marschieren. Wenn die Schweiz das aufgibt, dann ist das ein sicheres Rezept. in Richtung Armut, Unsicherheit, dann geht die Schweiz letztlich flöten, geht die Schweiz kaputt. Denn vergessen wir nicht, die EU ist auch eine Kriegspartei jetzt und eine in viel verschärfter Ausmass Kriegspartei als die Schweiz gegen Russland. Wir sind auch eine Kriegspartei. Wir haben die EU-Wirtschaftssanktionen übernommen, aber die EU geht da noch viel weiter. Das sehen wir jetzt ja auch in diesen Auseinandersetzungen mit den Vereinigten Staaten von Amerika. Die EU blockiert ja geradezu die Friedensvorstösse. des amerikanischen Präsidenten. Nein, das ist das ganz falsche Rezept. Und ich staune immer wieder, wie gering das Selbstvertrauen, das Zukunftsvertrauen, das Schweizer Zukunftsvertrauen ausgebildet ist in wesentlichen Teilen der Politik, aber eben auch bei führenden Medien in unserer Schweiz. Ich verstehe das gar nicht. Die Schweiz ist ein derartiges Erfolgsmodell. Und unsere historische Erfahrung hat ja gezeigt, dass immer dann, wenn es draussen klopft und tätscht, wenn es stürmt, dann sind ja die Schweizer Schweizer. gefordert, in der Not sich selber zu helfen. Natürlich geht das nicht ohne Bläsuren ab, natürlich ist das schwierig, aber sich deswegen aufgeben zu wollen, weil man Angst hat, die Krise sonst nicht zu überstehen, das ist eben Selbstmord aus Angst vor dem Sterben. Und der Glaube, die Hoffnung, dass man mit den Regeln der EU, die ja wirtschaftlich pro Kopf der Bevölkerung viel schlechter dasteht als die Schweiz, dass man mit denen dann besser fährt, also da braucht es sehr viel Fantasie. Oder eben sehr viel Zukunftspessimismus, sehr viel Verdrossenheit. Und da muss ich einfach immer wieder dagegenhalten. Habt ein bisschen mehr Vertrauen in die Schweiz. Glaubt mal an diese unabhängige Staatsform, die doch die grössten Stürme der Geschichte, schon viel grössere Stürme überstanden hat. Ich will das ja nicht verbagatellisieren, ich will es nicht verharmlosen. Die 39% der Zölle, die sind natürlich wie eine Schockbombe eingefahren in der Schweiz. Aber ich glaube, man darf doch die Frage stellen, ohne da jemandem oder irgendjemandem zu nahe treten zu wollen. Ja, wird sich das dann schlussendlich so katastrophisch auswirken, wie das im ersten Moment jetzt auch heraufbeschworen wird? Ich glaube das nicht. Und noch einmal, das ist nicht ein Plädoyer für diese Zölle. Ich finde das komplett daneben. Ich finde auch die Berechnungsmethoden dahinter und die ganze Logik empfinde ich als falsch. Das ist nicht einmal Voodoo. Ökonomie, das ist Trump-Ökonomie, das ist eben Interessensökonomie, das ist Powerplay. Man büschelt die Sache so, dass man glaubt, für sich das Beste herauszuholen. Aber Entschuldigung, willkommen in der Wirklichkeit. Die Amerikaner sind so, ich mache Ihnen das gar nicht zum Vorwurf. Die Amerikaner schauen für ihre Interessen. Und für die Schweiz immer wieder die gleiche Frage. Sind wir in der Lage, unsere Interessen zu erkennen? Und sind wir auch bereit, uns für diese Interessen einzusetzen? Also das Gejammer bringt überhaupt nichts. das Gezeter, die Forderungen stehen auf dem Tisch und wir wissen jetzt, was der Stein des Anstosses ist. Der Amerikaner, der amerikanische Präsident, nicht einfach nur eine einsame Monade da im Weissen Haus, sondern dahinter steht ein Wählerentscheid, da stehen mächtige Gruppen in den USA, die finden jetzt einfach dieses Handelsbilanzdefizit, das sich die USA da eingehandelt haben gegenüber der Schweiz. Das geht zu weit, also ein Handelsüberschuss der Schweiz. Und es ist jetzt nicht danach zu fragen, ob das berechtigt ist oder unberechtigt. Entscheidend ist nur zu überlegen, wie können wir für die Schweiz konfrontiert mit diesen amerikanischen Forderungen, wie können wir für die Schweiz das Beste herausholen. Und das Dümmste, was wir machen können, ist uns jetzt sozusagen der EU auszuliefern, uns dort anzudocken, unsere Handlungsspielräume einzuschränken. Nein, jetzt erst recht müssen wir natürlich unsere Beweglichkeit, unsere Selbstständigkeit, unsere Unabhängigkeit ausspielen. Vor allem auch darin, dass wir versuchen, mit den USA einen besseren Deal herauszuverhandeln. Das machen ja unsere... Leute auch, das sieht man jetzt in Bern, darüber ist ja auch informiert worden. Und der Trost, dass die EU tiefere Zölle hat, die hat sie eben vor allem deshalb, weil eben der Handelsüberschuss der EU nicht so gross ist wie jener der Schweiz. Das heisst, weil die EU wirtschaftlich schlechter dasteht, exportmässig hat sie die besseren Zölle. Also die Hoffnung, jetzt auch tiefere Zölle zu bekommen, läuft darauf hinaus, die Schweiz wirtschaftlich absteigen sehen zu wollen. Da könnten wir gleich... Staaten wie Nordkorea als Allianzpartner auswählen, die haben null Zölle, weil sie auch null exportieren. Und wir sehen ja, dass hier nicht Freundschaftspreise vergeben werden. Die Koreaner, die Südkoreaner zum Beispiel oder die Japaner haben auch heftige Zölle aufgebrummt bekommen, weil sie eben so erfolgreich sind. Also man muss das bei aller Bitterkeit, die man verspüren mag, weil wir natürlich als Schweizer gewisse Sympathien zu Amerika haben, von dem muss man abstrahieren. Hier geht es einfach um diese nackten Zahlen. Dieses Problem muss man lösen durch Verhandlungen. Da gibt es Varianten. Zum Glück ist ja nicht der ganze Schweizer Export betroffen. Ein Teil für bestimmte Branchen ist das viel, für einzelne Unternehmen vielleicht sogar existenziell. Da muss man schauen. Aber das ist dann eben die zweite Sache, die man ganz nüchtern hier in den Blick nehmen will. Auch keine revolutionäre Erkenntnis. Diese Zölle sind Zusatzkosten für die Schweizer Unternehmen, für gewisse Schweizer Unternehmen. Und wenn Sie Zusatzkosten haben, die Ihnen überraschend aus dem Ausland aufgebrummt werden, ja, dann haben Sie eben in anderen Bereichen die Kosten zu senken. Das müssen die Unternehmen tun. Sie müssen jetzt also diesen Zollhammer zum Anlass nehmen, um Ihre Betriebe zu optimieren, soweit Sie das können. Und der Staat hat die Unternehmen zu entlasten, um diesen ganzen Grümpel vor allem der CO2- und Klimabestimmungen über Bord zu werfen. Dieses ganze Gestell an Vorschriften, Abgaben, Steuern, Dieses Gestell muss man jetzt... abreissen, diese ganze grün-ideologische Wirtschaftskorsettpolitik, dieses Ganzkörperkorsett, diesen Gipsverband, den muss man jetzt über Bord werfen, das kann sich die Schweiz nicht leisten. Die Unternehmen sind zu entlasten, wenn sie durch andere Staaten belastet werden. In dieser Hinsicht ist die Marktwirtschaft eine Säule der Schweiz und wir müssen die Marktwirtschaft... in der Schweiz auch entfesseln, um diesen Zumutungen, um diesen Herausforderungen gerecht zu werden. Dumm auch, was jetzt aus Hinterbänklerkreisen in Bundesbern zum Teil herumtrompetet wird, man muss es in dieser Art sagen, quasi Vorstellungen, ja jetzt müssen wir mit Gegenzöllen die Amerikaner in die Knie zwingen, jetzt müssen wir es mit dem Mount Everest aufnehmen, warum nicht gleich die Schweizer Armee mobilisieren, unsere Bodensee Marine da, die Schlauchbootflotte, das wird sicherlich den Amerikanern die Angst ins Markbein jagen. Nein, meine Damen und Herren, ich glaube, diese trotzigen, psychologisch nachvollziehbaren, aber politisch dummen Vorstösse, die wir jetzt in der Sonntagspresse haben lesen können, also einzelne Politiker wollen keine Big Macs mehr kaufen. Die Big Mac-Politik da der Schweizerischen Mittepartei, ich glaube, es ist ein Vertreter der Mitte, der mit den Big Macs gekommen ist, er möchte auch keine iPhones von Apple mehr kaufen. Ja, das wird Trump ganz schwer schmerzen. Der wird sich von dem gar nicht erholen, wenn der einzelne Parteiexponenten und Politiker in Bern jetzt keine Big Macs und keine iPhones mehr kaufen. Die Linken, natürlich, sie machen Stimmung gegen den F-35. Sie wollen den Kampfflieger nicht mehr haben. Das ist nichts Überraschendes. Das war schon immer der Fall. Sie möchten gar keinen Kampfflieger oder wenn, dann einen anderen. Aber hier ist natürlich die entscheidende Frage, sind da die Verträge schon unterzeichnet? Wenn Verträge unterzeichnet sind, dann muss man sich auch an die Verträge halten. Also von dem ist nichts zu halten, was da jetzt dann an solchen Vorschlägen kommt. Generell jetzt auch die entsprechenden Initiativen, aber nur verbaler Art, man möchte Gegenzölle erheben. Das halte ich für falsch, weil die Schweiz als kleines Land, das bringt ja gar nichts, der Markt ist ja viel zu klein, das spüren die Amerikaner gar nicht, wenn wir da Zölle erheben würden. Das ist bizarr, was da gebracht wird. Sicherlich auch sehr populistisch und lustigerweise kommt ja viel von dem von Politikern, die sonst ja keine Nanosekunde zeugen. um bei jeder Forderung der EU einzuknicken, selbst dann, wenn die Forderung noch gar nicht formuliert wurde in Brüssel. Plötzlich entdecken sie jetzt ihren inneren Wilhelm Dell. Nein, ich glaube, man muss da wirklich sachlich bleiben, weiter verhandeln, versuchen diese Zölle herunterzubringen, die Wirtschaft entlasten durch die Politik, das ist ein ganz wichtiges Thema. Und hier haben sich die Bürgerlichen, die Liberalen, wie sie sich alle nennen, zu engagieren. Schliesslich muss die Schweiz auch die Kraft haben, das Selbstvertrauen auf sich selber zu vertrauen, auf sich selber zu bauen und sich da eben nicht zu unterwerfen, kraftlos schlaff fallen zu lassen in die ausgestreckten Arme der Europäischen Union, in diese Tentakelarme. Die EU hat ja auch gewaltige finanzielle Probleme. Die wird die Schweiz noch mehr ausplündern als die Vereinigten Staaten von Amerika. Also das ist falsche Medizin, die da gepredigt wird. Wir brauchen... Wir plädieren für schweizerisches Selbstvertrauen. Und das ist jetzt nicht eine Wunschtroge, die wir uns da ins Hirn träufen, sondern das ist die rationale historische Erfahrung. Das ist der Erfahrungserkenntnis aus der Geschichte der Schweiz. Und da haben die Bundesräte recht, wenn sie sagen, wir haben schon grössere Katastrophen überstanden. Selbstverständlich, das ist gar keine so grosse Katastrophe. Die Zumutungen der Corona-Politik, darauf hat der stellvertretende... Der Direktor des SEKO, des Wirtschaftsamts in Bern hingewiesen, der Erich Scheidegger, hat gesagt, man muss die Kirche doch im Dorf lassen. Also was die Schweizer Wirtschaft während Corona erdauern und aushalten musste, geht viel, viel weiter als das, was jetzt auf uns zukommt. Und nochmal, das ist keine Rechtfertigung der Trumpschen Zölle, ich finde die auch daneben. Aber eben, wenn die Amerikaner so etwas entscheiden, und das ist nicht überraschend, da haben wir uns selber an der Nase zu nehmen, wenn man zu naiv darauf gehofft hat, einen freundschaftlichen Deal zu... bekommen. Wenn die Amerikaner das sagen, dann ist das einfach eine Tatsache. Damit müssen wir uns befassen. Und vielleicht noch ein letzter Punkt. Inwiefern hat hier eigentlich der Bundesrat hat unsere Politik kolossal versagt? Ich habe mich dazu auch schon geäussert. Natürlich ist das ein Versagen, wenn sie mit solchen Zöllen nach Hause kommen. Aber ich glaube, im Moment, timing-mässig, ist politisch jetzt wichtig, dass man die Probleme löst. Dass man die Belastung der Wirtschaft herunterbringt, dass man versucht, diese Zölle nach vorne zu bringen und ein Monopoly des schwarzen Peters, eine rechthaberische Schuldzuweisungsorgie, das bringt es nicht, wiewohl die Medien natürlich jetzt aufdecken müssen, wo die Fehler gelaufen sind. Ich plädiere dafür, dies im Geist der konstruktiven Selbsterforschung zu tun, denn wir wissen ja auch nicht, was wir entschieden, was wir gemacht hätten, wenn wir da anstelle der handelnden Personen... im Bundesrat gesessen wären. Wollte er Russen zu Informanten verhelfen? Die Militärjustiz ermittelt gegen einen Kadermitarbeiter des Verteidigungsdepartements. Das ist eine Geschichte, die in unterschiedlichen Facetten jetzt durch die Medien geistert. Da geht es um einen Mitarbeiter aus dem Diplomatischen Korps der Schweiz, aus dem VBS, dem Wehr. Das ist das US-Departement, das in seiner Rolle als Mitarbeiter bei der OSCD-Delegation beschuldigt wird. Das ist diese Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. Eine ganz wichtige Institution. Sie hat dort gearbeitet und wird jetzt beschuldigt, sensible Informationen an die Russen weitergegeben zu haben. Es werden auch verschiedene Details da. Verlautbart gibt es auch ziemlich intrigantenhafte Verstrickungen, dass da das eine oder andere durchsickert. Ich lese jetzt da in der NZZ, das sei einer, der während der Corona-Zeit zu den Skeptikern abgerutscht sei. Und die seien ja dann auch empfänglich für die Narrative aus Russland usw. Meine Damen und Herren, ich halte das, was hier jetzt beschrieben wird, für einen möglichen Skandal, der bis zum Himmel stinkt. Aber meine Wahrnehmung ist eine ganz andere als die, die in den Medien ventiliert wird. Ich glaube, da wird ein ehrenhafter Mitarbeiter unserer diplomatischen Institutionen mutwillig fertig gemacht. Oder er soll fertig gemacht werden, oder er wird auf Betreiben auswärtiger Mächte an den Pranger gestellt. Am Ende. Und das ist so quasi mein Verdacht. Ich blicke auch noch nicht in alle Details durch. Aber das riecht für mich. Nach einer Intrige auch gegen die schweizerische Neutralität. Denn ich habe mich intensiv beschäftigt mit der OSZT und ihrer Rolle jetzt auch seit dem Einmarsch der Russen in die Ukraine. Und diese OSZT und gerade auch die Schweizer Delegation, man muss sie loben dafür, die haben gekämpft für die Aufrechterhaltung, für die Neutralität. Die haben gekämpft dafür, dass man eben auch mit den Russen im Gespräch bleibt. Ja was denn so? Die Russen sind ja auch Mitglied der OSZT und die Schweiz soll im Jahr 2026 ja den Vorsitz übernehmen in der OSZT. Das hat sie früher turnungsgemäss auch schon gemacht. Und deshalb muss man mit allen sprechen. Und wenn die Russen ein Veto einlegen, weil sie das Gefühl haben, dass die Schweiz ihre Neutralität vollends mit Füssen getreten hat, dann ist das nicht im Interesse unseres Landes. Und vor allem können wir dann auch keinen Beitrag leisten zu einer besseren Verständigung. Und dieser Mitarbeiter, der da jetzt geschildert wird, Für mich klingt das so, als habe der eine seine Aufgabe erfüllt und habe eben auch mit den Russen gesprochen. Und das wird ihm nun zum Vorwurf gemacht. Daraus versuchen sie ihm nun einen Strick zu drehen. Und das geht am Schluss natürlich. Dieser Fall geht gegen die schweizerische Neutralität. Und da bin ich jetzt sehr gespannt, ob unsere Leute in Bern bei der OSZT, aber eben auch im Bundeshaus, beim VBS, auch im Diplomatischen Korps bei Bundesrat Gassis. ob sie die Kraft haben, diesen Anschuldigungen entgegenzutreten und die Rolle der Schweiz als neutrales Land zu verteidigen und sich da eben nicht durch eine Intrige vorführen zu lassen, die am Schluss natürlich sich zu einer Staatskrise auswachsen könnte oder zumindest zu einer weiteren Neutralitätskrise. Und wenn die Neutralität kriselt, dann kriselt eben auch die Schweiz, weil die Neutralität mit der Schweiz verbunden werden muss. Die Neutralität ist unser Schutzschild in Kriegszeiten, sie ist aber auch ein Angebot. an die Kriegsparteien. Und wenn ich jetzt sehe, dass eben Bundesstellen sich da in Stellung zu bringen versuchen, als Austragungsort, das haben sie versucht letzte Woche, als Austragungsort eines möglichen Putin-Trump-Gipfels. Sie sind da natürlich übergangen worden. Das findet in Alaska statt, interessanterweise in Alaska. Das gehört einmal das Territorium zu Russland. Aber eben die Schweiz ist jetzt da weg, weil sie von den Russen nicht mehr ausreichend neutral wahrgenommen wird. Und diese Vorgänge, diese Schummrigkeiten im Umfeld dieser OSCD-Intrige, mutmasslichen Intrige, da muss man genau drauf schauen. Für mich klingt das, für mich riecht das nach einem Angriff auf die schweizerische Neutralität. Und vor allem sieht es danach aus, dass hier ein Mitarbeiter unserer Diplomatie bestraft werden soll dafür, dass er eigentlich seinen Job gemacht hat, nämlich mit allen zu sprechen. Das sollte der Normalfall sein, ist nicht mehr der Normalfall heute. Die Frage ist, haben unsere Leute in Bern, haben die Vorgesetzten, haben die entsprechenden politischen Stellen, haben die die Kraft für die Schweiz und für die Neutralität aufzustehen und sich auch hinter Mitarbeiter zu stellen, die da möglicherweise auch unter Beizug auswärtiger Dienste und auswärtiger Stellen in Misskredit gebracht werden sollen. Dies allerdings jetzt eine sehr subjektive Wertung nach meinem... Kenntnisstand. Wir halten sie da natürlich auf dem Laufenden. Das ist mein persönlicher Eindruck, aber meistens lag ich ja nie so ganz falsch, wenn ich da meinen subjektiven Eingebungen etwas Raum gegeben habe in dieser Sendung. Vielen herzlichen Dank. Das war es mit der Schweizer Ausgabe. Ich melde mich gleich zurück mit dem internationalen Daily. Es gibt ja auch sehr wichtige internationale Entwicklungen, die wir zu kommentieren und im Blick zu behalten haben. Vielen Dank. Merci und Ihnen einen wunderschönen Start in diese neue Woche.

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US-Zölle: NZZ kippt, Euroturbos greifen an. Schweizer Medien und Politik verlieren die Nerven. Was jetzt zu tun ist. Mutmasslicher OSZE-Spionagefall stinkt zum Himmel

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US-Zölle: NZZ kippt, Euroturbos greifen an. Schweizer Medien und Politik verlieren die Nerven. Was jetzt zu tun ist. Mutmasslicher OSZE-Spionagefall stinkt zum Himmel
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