Der US-Dollar hat in der ersten Jahreshälfte 2025 über 10 Prozent seines Werts verloren – der stärkste Einbruch zu Jahresbeginn seit über fünf Jahrzehnten. Das berichtet die Financial Times. Hauptursachen seien die wirtschaftspolitischen Entscheidungen von Präsident Donald Trump, so das Magazin.
Several one hundred dolar bills. Extreme macro close up, focusing on the eyes of Benjamin Franklin.
Insbesondere Trumps Handelspolitik und eine neue Welle von «reziproken Zöllen» hätten Anleger verunsichert, erklärte Andrew Balls, Chefstratege beim Anleiheriesen Pimco. Zugleich wachse die Skepsis an der Unabhängigkeit der US-Notenbank, die laut Terminkontrakten bis Ende 2026 mindestens fünf Zinssenkungen vornehmen soll.
Das Vertrauen in den Dollar als «sicheren Hafen» scheint zu bröckeln. Grosse Investoren wie Pensionsfonds und Zentralbanken reduzierten ihre Dollar-Bestände oder sicherten diese stärker gegen Währungsrisiken ab. Parallel dazu stiegen Goldpreise auf Rekordniveau.
Der Dollar-Index, der den Greenback gegen sechs wichtige Währungen misst, fiel auf den tiefsten Stand seit über drei Jahren. Analyst Francesco Pesole von ING bezeichnete den Dollar als «Prügelknaben der erratischen Trump-Politik». Das neue Steuergesetz, das in den kommenden zehn Jahren zusätzliche 3,2 Billionen Dollar Schulden verursachen soll, verstärkt die Sorgen um die Haushaltslage der USA.
Die überraschende Dollar-Schwäche steht im Kontrast zu den optimistischen Erwartungen zu Jahresbeginn. Statt die Euro-Zone zu schwächen, gewann der Euro deutlich und stieg um 13 Prozent auf über 1,17 Dollar.