US-Aussenminister Marco Rubio hat Diplomaten angewiesen, Fettleibigkeit als möglichen Ablehnungsgrund bei der Visumvergabe zu berücksichtigen. Das geht aus einem internen Schreiben vom 6. November hervor, über das zuerst KFF Health News berichtete und dessen Auszüge Politico vorliegen.
Die Richtlinie ist Teil einer verschärften Auslegung der sogenannten public charge-Regel, wonach Einwanderer abgewiesen werden können, wenn sie voraussichtlich auf staatliche Unterstützung angewiesen sein werden – etwa durch Sozialhilfe oder medizinische Versorgung. Laut dem Schreiben gilt Übergewicht künftig wie chronische Krankheiten als Risikofaktor, der «teure, langfristige Behandlungen» nach sich ziehen könne. Als Quellen nennt das Dokument die US-Gesundheitsbehörde CDC, die Übergewicht unter anderem mit Bluthochdruck, Atemwegserkrankungen und Diabetes in Verbindung bringt.
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Rubios Initiative steht im Einklang mit der Linie der Trump-Regierung, die seit dem Machtwechsel im Januar eine rigide Einwanderungspolitik verfolgt. Ziel sei es, «amerikanische Interessen an erste Stelle zu setzen», erklärte Aussenamtssprecher Tommy Pigott. Präsident Trump strebe jährlich eine Million Abschiebungen an; sein «One Big Beautiful Bill Act» stellt Milliardenmittel bereit, um die Einwanderungsbehörde ICE zu stärken.
Die Weisung an die Konsularbeamten sei laut der Sprecherin des Weissen Hauses Anna Kelly Teil der Bemühungen, «die staatlichen Ausgaben auf US-Bürger zu konzentrieren». Das Recht, Visumanträge abzulehnen, wenn Antragsteller eine finanzielle Last darstellen könnten, existiere seit über 100 Jahren. Die neue Praxis markiert jedoch eine deutliche Verschärfung der bisherigen Anwendung.