US-Aussenminister Marco Rubio stellt nach Kritik an mehreren Nato-Partnern eine spätere Neubewertung des Bündnisses durch die Vereinigten Staaten in Aussicht. Dies geht aus einer Mitschrift seines Ministeriums zu einem Interview mit dem Sender Al-Dschasira hervor.
Rubio kritisierte insbesondere Spanien dafür, den USA die Nutzung seines Luftraums im Zusammenhang mit dem Krieg gegen den Iran verweigert zu haben. Washington habe feststellen müssen, dass ein Nato-Mitglied, zu dessen Verteidigung man sich verpflichtet habe, die Unterstützung verweigere. Auch bei der Nutzung von Militärstützpunkten in Spanien und anderen Ländern sei es zu Widerstand gekommen.
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Die Nato sei für die USA zwar nützlich, da sie die Stationierung von Soldaten und militärischer Ausrüstung im Ausland ermögliche. Wenn die Allianz jedoch vor allem bedeute, dass die USA Europa verteidigten, während ihnen im Bedarfsfall die Nutzung von Infrastruktur verwehrt werde, sei dies «keine gute Vereinbarung», erklärte Rubio. Es falle dann schwer zu sagen, dass dies im Interesse der USA liege.
Nach dem Ende des Krieges müsse Washington die Situation neu bewerten. Die Nato dürfe «keine Einbahnstrasse sein», sagte Rubio und fügte hinzu: «Hoffen wir, dass wir das in Ordnung bringen können.»