Die US-Fachgesellschaft der plastischen Chirurgen (ASPS) hat sich als erste bedeutende medizinische Organisation in Amerika gegen geschlechtsangleichende Operationen bei Minderjährigen ausgesprochen. Dies berichtet das Portal Apollo News. In neuen Empfehlungen fordert die ASPS, derartige Eingriffe an Brust, Genitalien und Gesicht in der Regel mindestens bis zum 19. Lebensjahr zu verschieben.
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Die Kehrtwende stützt sich auf die nach wie vor unzureichende Datenlage zu Langzeitwirkungen solcher Eingriffe. Auch Pubertätsblocker und geschlechtsspezifische Hormonbehandlungen werden unter Verweis auf eine «erhebliche Unsicherheit» kritisch bewertet.
Laut dem früheren ASPS-Präsidenten Scot Bradly Glasberg sei die Neubewertung Ergebnis mehrerer systematischer Studienanalysen. Der Washington Post sagte Glasberg: «Mit jeder dieser Überprüfungen sahen wir uns gezwungen, unsere bisherige Position zu überdenken.»
Die ASPS hatte sich bislang – wie auch viele andere US-Fachverbände – an der bisherigen Praxis orientiert, geschlechtsangleichende Behandlungen auch für Minderjährige offenzuhalten. Mit der neuen Linie stellt sich die Organisation nun gegen den dominanten medizinisch-politischen Konsens der vergangenen Jahre.