Die Zeiten, in denen das Wünschen noch geholfen hat, sind vorbei – wenn es sie je gegeben hat. Nur Ursula von der Leyen hat das nicht bemerkt. Unbeirrt gibt sie die Märchentante. Jetzt erklärt sie die EU zur neuen Weltmacht.
Die globale Ordnung «verschiebt sich tiefer als je seit dem Ende des Kalten Krieges», meinte sie. Die Länder der Erde «stehen Schlange», um mit Europa, dem Felsen der Stabilität in einem Meer des Chaos, zusammenzuarbeiten.
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Träum weiter.
Die Gewichte haben sich tatsächlich verschoben. Aber nicht nach Europa, sondern nach Asien und in den globalen Süden.
Und trotz Gewichtsverlagerung bleiben die USA unangefochten Supermacht – ihr Militär, ihre Wirtschaft, Börse, IT und KI führen weltweit. Es gibt so gut wie keinen Bereich, in dem sie nicht den Ton angeben. Mit Ausnahmen jener, in denen Asien aufrückt.
Asien. Nicht Europa.
Das ist auch einer der Gründe, weshalb Donald Trump bis heute nicht mit von der Leyen geredet hat. Und weshalb sie sich nur wünschen kann, dass es anders wäre.