Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva hat den US-Militäreinsatz in Venezuela als «untragbare Grenzüberschreitung» verurteilt. Die USA hatten am Samstag überraschend den venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro gestürzt – es war die massivste Intervention Washingtons in Lateinamerika seit der Invasion Panamas 1989, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.
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«Diese Handlungen stellen eine schwerwiegende Verletzung der Souveränität Venezuelas dar und setzen einen extrem gefährlichen Präzedenzfall für die internationale Gemeinschaft», erklärte Lula auf X. Zugleich forderte er eine «energische» Reaktion der Vereinten Nationen und bot Brasilien als Vermittler im Konflikt an.
Nach Angaben des US-Präsidenten Donald Trump sei die Operation ein voller Erfolg gewesen. «Dies war eine der beeindruckendsten und wirkungsvollsten militärischen Machtdemonstrationen in der Geschichte der USA», sagte er.
Brasilien reagierte umgehend mit einem Krisentreffen seines Kabinetts. Im Fokus: die Lage an der venezolanischen Grenze. Noch sei keine ungewöhnliche Flüchtlingsbewegung festzustellen, teilte das Aussenministerium mit. Dennoch beobachte man die Situation mit Sorge – Brasilien hat seit 2018 über 150'000 Venezolaner aufgenommen.
Die nördlichen Bundesstaaten Roraima und Amazonas gelten als Hauptankunftspunkte. Laut Roraimas Gouverneur Antonio Denarium verhindere die venezolanische Seite derzeit die Ausreise ihrer Bürger, während Brasilianer die Grenze weiterhin passieren könnten. Eine offizielle Bestätigung dieser Angaben aus Caracas steht bislang aus.
Lula hatte bereits vor dem Einsatz gewarnt: Ein militärisches Eingreifen in Venezuela würde in eine «humanitäre Katastrophe» münden.