Während Europas Autoindustrie sich selbst zerlegt, fährt ein Hersteller allen davon: BMW.
Volkswagen erstickt in Bürokratie und Fehlentscheidungen, Mercedes verliert sich in Elektro-Experimenten, Stellantis spart sich kaputt – und in München?
Da glänzt die Bilanz: 1,21 Millionen BMWs, Minis, Rolls-Royces sind im ersten Halbjahr 2025 beim Kunden gelandet, ein annähernd stabiler Absatz im Vergleich zum Vorjahr. Die Ebit-Marge im Automobilsegment liegt bei 6,2 Prozent und wird gehalten, was den wenigsten derzeit gelingt.
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Das Erfolgsrezept dahinter? Es ist die Eigentümerstruktur. Hinter dem Konzern steht die Familie Quandt: Mit fast 47 Prozent ist sie die bestimmende Kraft. Kein Staat, keine Fonds, keine Managerzirkus-Aktiengesellschaft. Sondern die Verantwortung liegt in Familienhand. BMW denkt nicht in Quartalen, sondern in Generationen.
Die Quandts glauben, dass der Beste gewinnt. Dogmen gibt es nicht. Während Brüssel mit Verboten und Planwirtschaft die Elektromobilität verordnet, halten sie an Technologieoffenheit und Fortschritt fest. Die Münchner bauten den i3, als andere noch über Steckdosen lachten. Heute haben sie eine komplette E-Flotte – und gleichzeitig die effizientesten Verbrenner im Premiumsegment.
Die Zukunft heisst «Neue Klasse». Ab sofort rollen Autos auf den Markt, die Elektromobilität und Digitalisierung neu definieren – aber nicht als Verzichtsvehikel, sondern als echte BMWs: sportlich, elegant, technisch überlegen. Wer in Schanghai, Dallas oder München Auto fährt, will eben nicht nur ein Smartphone auf Rädern, sondern ein Stück Lebensgefühl. Es heisst «Freude am Fahren».
Klingt altmodisch? Mag sein. Aber es verkauft sich.
Während Tesla Mühe hat, neue Modelle zu entwickeln, und chinesische Plastik-Boliden nach drei Jahren müde wirken, liefert BMW Präzision, Ingenieurskunst und eine Marke, die seit hundert Jahren Bestand hat. Während Europas Politiker die Autoindustrie strangulieren und Manager an Visionen scheitern, bleibt BMW standhaft. Familienkapital schlägt Staatsbeteiligung. Immer wieder.