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«Unkontrollierbare Krise»: IKRK-Chefin warnt vor Eskalation im Nahen Osten

Die Präsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Mirjana Spoljaric Egger, warnt vor einer «für die Welt unkontrollierbaren Krise» im Nahen Osten. In einem Interview mit dem Tages-Anzeiger zeigte sich die Schweizer Diplomatin zutiefst besorgt über die Dynamik der aktuellen Eskalationen.

EVA MANHART / KEYSTONE
ABD0017_20240430 - WIEN - ÖSTERREICH: IKRK-Präsidentin Mirjana Spoljaric-Egger am Montag, 29
EVA MANHART / KEYSTONE

«Eine weitere Ausweitung militärischer Operationen birgt das Risiko, eine für die Welt unkontrollierbare Krise auszulösen», sagte Spoljaric Egger. Der Nahe Osten sei derzeit geprägt von einer gefährlichen Überlappung verheerender Konflikte.

Besonders alarmierend sei die Lage in Gaza. «Gaza ist ein Versagen der Menschheit – jenseits von allem, was rechtlich und moralisch akzeptabel wäre», so die IKRK-Chefin. Die humanitäre Situation habe sich seit ihrem letzten Besuch im Januar nochmals verschärft.

Spoljaric kritisierte zudem die zunehmende «Instrumentalisierung der humanitären Hilfe» durch sämtliche Konfliktparteien. Hilfe dürfe nur nach den Grundsätzen der Unparteilichkeit, Neutralität und Bedürftigkeit erfolgen. Gleichzeitig sprach sie sich für eine entschlossene Nutzung politischer und wirtschaftlicher Einflussmöglichkeiten aller Staaten aus – auch der Schweiz: «Ich halte alle Staaten an, ihre politische und wirtschaftliche Macht voll auszuschöpfen, damit die Situation in Gaza deeskaliert.»

Mit Blick auf die Kosten humanitärer Hilfe plädierte sie für mehr Anstrengungen zur Konfliktvermeidung: «Wenn wir die Zahl der Konflikte reduzieren, senken wir die humanitären Kosten».

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