Die Europäische Kommission bestraft einen Schweizer Oberst, weil er über den Krieg in der Ukraine anders denkt als die Brüsseler Kommissare und setzt in auf die Sanktionsliste. Das bedeutet für Jacques Baud ein Einreise- und Durchreiseverbot in EU-Staaten und seine Konten (sofern er in europäischen Ländern welche hat) werden eingefroren. Das muss man sich einmal vorstellen.
Man fragt sich auch: Wie ist es möglich, dass einzig die Weltwoche aufschreit, wenn ein Schweizer Bürger im Ausland von einer supranationalen Behörde schikaniert wird und die EU-Kommission mit absurden Sanktionen versucht, einen der renommiertesten Analysten des Ukrainekrieges zum Schweigen zu bringen?
Wie war das noch mit diesen gemeinsamen Werten, welche die Ukrainer im Krieg gegen Russland verteidigen? Gehört die Meinungsfreiheit nicht auch dazu, gilt sie dann aber nur, wenn sie mit dem Denken der EU-Granden zufällig übereinstimmt?
Was sich die EU und ihre Aussenbeauftragte Kaja Kallas unter kaltschnäuziger Missachtung der Redefreiheit im Fall von Jacques Baud geleistet haben, ist eine lupenreine Sauerei. Sorry, aber man kann es nicht anders sagen.
Die angebliche Macht der EU hat sich in den Aussenbeziehungen längst in Machtlosigkeit verwandelt. Also sieht sie sich gedrängt, dort, wo sie noch Spielraum hat, auf schlimmstmögliche Weise zu handeln: mit Sanktionen gegen einen Freidenker des neutralen Staates Schweiz.
Sollte uns das nicht eine Warnung sein? Gerade im Hinblick auf die neuen Verträge mit dieser Organisation, die uns offenbar nicht bloss ihre Gesetze aufs Auge drücken will, sondern uns jetzt auch noch vorschreibt, was wir sagen dürfen.