In einer aktuellen Insa-Umfrage für die Bild-Zeitung zeigt sich ein tiefes Misstrauen gegenüber einer möglichen schwarz-roten Regierung unter Friedrich Merz (CDU) und Lars Klingbeil (SPD). Lediglich 27 Prozent der Befragten trauen der neuen Koalition zu, Deutschland wieder auf Erfolgskurs zu bringen.
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Die Umfrage wurde rund zwei Wochen nach der Vorstellung des gemeinsamen Koalitionsvertrages veröffentlicht. Besonders gespannt wird auf das Ergebnis der Mitgliederbefragung bei der SPD gewartet, das noch aussteht. Laut Bericht könnten bis zum 29. April etwa 358.000 SPD-Mitglieder über den Vertrag abstimmen.
Innerhalb der SPD regt sich insbesondere bei den Jusos Widerstand. Der Juso-Vorsitzende Philipp Türmer erklärte gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung: «Niemand hindert Union und Sozialdemokraten daran, sich noch mal neu zu verständigen.» Trotz der Skepsis wünschen sich laut Umfrage 46 Prozent der Befragten eine Annahme des Koalitionsvertrags – bei den Anhängern von CDU und SPD sind es sogar 78 beziehungsweise 72 Prozent.
In einem weiteren Streitpunkt zeigt sich, dass ein Drittel der Befragten (34 Prozent) fordert, mindestens die Hälfte der Ministerposten mit Frauen zu besetzen. SPD-Chefin Saskia Esken plädierte laut Deutscher Presse-Agentur dafür, dass vier der sieben SPD-Ministerien von Frauen übernommen werden.