Achtzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zeigen sich viele Deutsche besorgt über den Zustand der Demokratie. Laut einer repräsentativen Umfrage der Institute Yougov und Sinus halten 64 Prozent der rund 2200 Befragten die Demokratie in Deutschland für bedroht, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Die Gründe reichen von politischen Krisen über zunehmenden Extremismus bis hin zu einem generellen Vertrauensverlust in das politische System.
BERND VON JUTRCZENKA / KEYSTONE
Erstaunlich viele Befragte – 60 Prozent – sehen Parallelen zwischen der heutigen Zeit und den 1930er und 1940er Jahren. Fast die Hälfte (43 Prozent) hält sogar eine Wiederholung autoritärer Herrschaftsformen wie unter der NS-Diktatur für möglich. 59 Prozent haben konkret Angst vor einem Dritten Weltkrieg.
Auch die Deutung des historischen Datums 8. Mai – dem Tag der Kapitulation Deutschlands – bleibt differenziert: 45 Prozent empfinden ihn als Tag der Befreiung, 15 Prozent als Niederlage. Für ein Viertel steht beides gleichwertig nebeneinander. Auffällig ist zudem, dass 27 Prozent der Meinung sind, nicht die Nationalsozialisten, sondern die Alliierten seien für die Zerstörung Deutschlands verantwortlich – obwohl 75 Prozent die Schuld den Nazis geben.