Die AfD liegt im aktuellen RTL/N-TV-Trendbarometer mit 26 Prozent erstmals vor CDU und CSU. Laut der von Forsa erhobenen Umfrage gewinnt die Partei zwei Prozentpunkte im Vergleich zur Vorwoche hinzu und erreicht damit ihren bisher höchsten bundesweiten Umfragewert. Die Union stagniert bei 25 Prozent. SPD (15 Prozent), Grüne (11 Prozent), Linke (9 Prozent) und FDP (4 Prozent) verzeichnen nur geringe Veränderungen.
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Die Oppositionspartei profitiert vor allem von Protestwählern: 24 Prozent der AfD-Wähler gaben «Unzufriedenheit mit der Ampelregierung» als Hauptmotiv an. Weitere 15 Prozent nannten «Vorbehalte gegen Friedrich Merz». Lediglich 35 Prozent der Befragten stimmten aus inhaltlicher Überzeugung für die AfD. Rund 40 Prozent wählten sie primär aus Protest gegen das politische System oder die Regierungsparteien.
Das Wählerpotenzial der AfD liegt laut Forsa inzwischen bei über 30 Prozent. Im Osten Deutschlands könnten sich 18 Prozent der bisherigen Nichtwähler vorstellen, künftig AfD zu wählen, im Westen sind es 11 Prozent. Besonders auffällig: Auch unter Unionsanhängern zeigen 13 Prozent Bereitschaft zum Wechsel – ein Indiz für wachsende Unzufriedenheit mit der CDU/CSU.
Als grösstes Hindernis für eine Ausweitung ihres Wählerpotenzials nennen 11 Prozent der Befragten die «Rechtsextremen in der AfD». Weitere 10 Prozent würden die Partei bei «besseren politischen Konzepten» in Erwägung ziehen. In der Kompetenzfrage bleibt die AfD bei 12 Prozent, die Union führt mit 21 Prozent, die SPD landet auf Platz drei (8 Prozent).
Die wirtschaftlichen Erwartungen trüben sich unterdessen weiter ein: Nur noch 19 Prozent der Befragten rechnen mit einer Verbesserung, 56 Prozent erwarten eine Verschlechterung.