Die AfD hat laut einer neuen Forsa-Umfrage ihren Stimmanteil in Köln im Vergleich zum letzten Kommunalwahlergebnis verdoppelt und liegt nun bei 10 Prozent. Das geht aus einer Erhebung im Auftrag des Kölner Stadt-Anzeigers hervor. Die Umfrage zeigt zugleich ein düsteres Stimmungsbild: 78 Prozent der Kölnerinnen und Kölner sehen ihre Stadt im Niedergang.
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Als grösste Probleme nannten die Befragten den Verkehr, den Wohnungsmarkt, die Vermüllung sowie den Zustand der Schulen und der Stadtverwaltung. Forsa-Chef Manfred Güllner warnte vor den «fatalen Folgen» dieser weitverbreiteten Unzufriedenheit. Nur 36 Prozent würden der scheidenden Oberbürgermeisterin Henriette Reker ein gutes Zeugnis ausstellen, 69 Prozent sind mit ihrer Amtsführung weniger oder gar nicht zufrieden – eine markante Kehrtwende gegenüber 2017.
Auch die etablierten Parteien verlieren an Rückhalt: Die Grünen kommen zwar noch auf 24 Prozent, büssen aber ebenso ein wie CDU (20 Prozent) und SPD (18 Prozent). Gewinner der schlechten Stimmung sind neben der AfD auch die Linken, die auf 11 Prozent zulegen. Bemerkenswert: Inzwischen sagt jeder Fünfte in Köln, er würde lieber woanders wohnen – 2017 waren es noch 14 Prozent.