Vor der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank in Washington sorgt der Bund für digitale Vorsicht: Schweizer Bundesangestellte sind verpflichtet, vor jeder Auslandsreise dienstliche E-Mail-Apps zu löschen, vertrauliche Chats zu entfernen und verschlüsselte Kommunikations-Apps wie Threema mit einem PIN-Code zu sichern. Dies berichtet der Tages-Anzeiger.
BARBARA GINDL / KEYSTONE
Diese Massnahmen gelten laut Bundeskanzlei nicht nur für die USA, sondern für alle Länder. Hintergrund sind zunehmende Grenzkontrollen, bei denen auch elektronische Geräte durchsucht werden können – eine Praxis, die sich unter der Regierung Trump verstärkt hat und nun auch EU-Delegationen zur Vorsicht zwingt. Diese reisen laut Financial Times mit sogenannten burner phones – leeren Geräten ohne vertrauliche Daten – in die USA.
Auch wenn die Schweiz keine neuen Weisungen erlassen hat, bleibt der Aufwand für die Betroffenen hoch. Die Deinstallation sei zwar einfach, doch die anschliessende Reinstallation und Konfiguration der sicherheitsrelevanten Apps sei zeitraubend – zumal erwartet wird, dass auch im Ausland dienstlich kommuniziert wird.
Diplomaten sind von diesen Auflagen befreit. Ihr Gepäck darf gemäss dem Wiener Übereinkommen nur bei begründetem Verdacht durchsucht werden. Für Geschäftsreisende und Touristen empfiehlt das Bundesamt für Cybersicherheit: «Nehmen Sie möglichst keine digitalen Daten ins Ausland mit. Sollte dies unumgänglich sein, verschlüsseln Sie vertrauliche Informationen.»