Die ukrainische Einheit Asow intensiviert ihre Rekrutierungskampagnen und wirbt mit auffälligen Plakaten und Online-Anzeigen um neue Kämpfer. Dies berichtet der Sender Al-Dschasira. Hintergrund ist eine wachsende Personalnot der ukrainischen Streitkräfte entlang der rund 1250 Kilometer langen Frontlinie.
In Kiew sind Plakate mit Slogans wie «Die Asow-Schule für Landschaftsgestaltung» zu sehen. Statt Gärtnern zeigen sie Soldaten vor Artilleriegeschützen. Neben klassischen Werbemitteln setzen Einheiten auf soziale Medien und Textnachrichten. Viele Männer im wehrfähigen Alter zwischen 25 und 60 Jahren schliessen sich gezielt bestimmten Verbänden an, um einer zwangsweisen Einberufung zu entgehen.
Montage der Weltwoche
Ein 36-jähriger Büroangestellter sagte Al-Dschasira: «Es gibt null Ausbildung. Es ist ihnen egal, dass ich den allerersten Angriff nicht überleben werde.» Nach Angaben des Senders sind Freiwillige inzwischen selten. Das Durchschnittsalter der Eingezogenen liegt bei über 40 Jahren.
Asow, heute als Erstes Korps der Nationalgarde bekannt, bietet nach eigenen Angaben eine individuelle Auswahl und Verwendung der Rekruten an. Ein Sprecher erklärte: «Wir bauen ein System rund um den Soldaten auf, denn ein Soldat ist keine Ressource, sondern die Grundlage des gesamten Systems.» Zudem garantiere man, «dass die Rekruten genau in der Position dienen, für die sie ausgewählt wurden».
Kleinere Einheiten berichten laut Al-Dschasira hingegen von Schwierigkeiten, ausreichend Nachwuchs zu finden.