Weihnachten ist die Zeit der Traditionen und Rituale, auch der politischen. In Deutschland gehört dazu, dass der Bundespräsident am ersten Weihnachtstag zur Nation spricht, der Bundeskanzler folgt zu Neujahr.
Nicht Friedrich Merz. Der preschte – wieder mal ganz der Streber – ungeduldig vor.
Seine eigene Ansprache zeichnete er schon vor Wochen auf – ein Risiko, da sich in der Zwischenzeit ja Dinge ereignen könnten, die seines weisen Kommentars bedürften.
Der Ausweg: Merz sprach dann eben auch zum Christfest. Noch vor Frank-Walter Steinmeier. Nicht als Kanzler, sondern als CDU-Chef.
Hatten wir schon mal. Der letzte deutsche Politiker, der als Parteichef zum Volk sprach, war SED-Chef Erich Honecker. War wohl nicht alles schlecht in der DDR, oder?
Merz’ Ansprache enthielt übrigens keine bemerkenswerten Äusserungen. Sie war überflüssig und instinktlos. Dafür eitel.
Ach ja. Der Kanzler mahnte die Deutschen zur Geduld. Ausgerechnet er.