Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Rande des Nordseegipfels in Hamburg eine Debatte über die langfristige Energiestrategie Deutschlands entfacht. Obwohl er dort gemeinsam mit weiteren europäischen Regierungschefs einen massiven Ausbau von Offshore-Windanlagen beschloss, bezeichnete er die Windkraft als «Übergangstechnologie». Nach Ansicht des Kanzlers wird die Windenergie das Land lediglich noch zehn, zwanzig oder vielleicht dreissig Jahre begleiten, berichtet die Bild-Zeitung.
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Die Hoffnung des Kanzlers ruht stattdessen auf einer technischen Revolution in Form der Kernfusion. Anders als bei der klassischen Kernspaltung werden hierbei Atomkerne verschmolzen – ein Prozess, der enorme Energiemengen freisetzt und als sicher sowie weitaus sauberer gilt. Deutschland solle das Ziel verfolgen, den ersten Fusionsreaktor der Welt ans Netz zu bringen. Sobald dies gelinge, werde Strom laut Merz so günstig, dass keine anderen Erzeugungsmethoden mehr notwendig seien.