Die UBS will Konzernchef Sergio Ermotti über April 2027 hinaus im Amt behalten und die Suche nach einem Nachfolger vorerst aufschieben. Das berichtet die «NZZ». Demnach ist der Verwaltungsrat um Präsident Colm Kelleher zur Einschätzung gelangt, dass der 65-jährige Tessiner die Bank auch im Ringen mit dem Bund über künftige Kapitalvorschriften führen soll.
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Im Zentrum steht die Frage, wie viel hartes Kernkapital die UBS künftig halten muss. Das Finanzdepartement von Bundesrätin Karin Keller-Sutter schlägt vor, dass die Bank ihre Auslandtöchter mit 100 Prozent ihres Werts besichern muss statt wie bisher mit 60 Prozent. Laut Darstellung würde dies die UBS zwingen, bis zu 26 Milliarden Franken zusätzliches Eigenkapital aufzubauen. Die Bank lehnt strengere Vorschriften in diesem Umfang ab.
Ein UBS-Sprecher erklärte: «Wie wir bereits mehrfach gesagt haben, wird Sergio P. Ermotti mindestens bis Anfang 2027 Group CEO bleiben.» Es sei verfrüht, über den Zeitpunkt seines Rücktritts zu spekulieren. Wenn es soweit sei, werde der Verwaltungsrat interne und externe Kandidaten prüfen.
Laut «NZZ» sieht die UBS drei Szenarien: eine für die Bank tragbare Kompromisslösung in der Schweiz, verschärfte Vorgaben mit möglichen Standortfolgen oder eine Übernahme durch ein ausländisches Institut. Eine Entscheidung über die künftige Kapitalausstattung wird voraussichtlich erst 2028 fallen. Bis dahin soll Ermotti die strategische Ausrichtung der Bank weiter vorantreiben.