Es wird richtig ungemütlich für Jacques Baud. Jetzt hat auch die UBS dessen Konten in der Schweiz blockiert. Ohne Vorwarnung. Es ist eine Massnahme, die gewissermassen einer Enteignung gleichkommt.
Anschauungsunterricht dafür gibt es aus Brüssel zur Genüge. Die EU, die russische Staatsgelder eingefroren hält, hat den ehemaligen Oberst im Schweizer Generalstab seit Dezember 2025 sanktioniert und seine Konten im EU-Raum blockiert. Baud verbreite russische Propaganda, lautet der Vorwurf.
Kostas Maros für die Weltwoche
Jetzt zieht also auch der Schweizer Finanzriese am Paradeplatz nach. Mitte Februar 2025 wollte die Bank vom früheren Bundesbeamten wissen, ob dieser auch hierzulande unter Sanktionen stehe.
Nein, so weit geht Bundesbern dann doch nicht, musste die UBS feststellen. Trotzdem macht die Bank dem in Brüssel lebenden Baud nun das Leben so schwer wie möglich.
Bis zuletzt konnte der Schweizer zumindest durch eine Ausnahmeregelung noch Zahlungen ausserhalb des EU-Raums tätigen. Beschränkte Transaktionen von seinem Schweizer UBS-Konto auf seine Bank in der EU waren möglich, um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Damit ist jetzt Schluss.
Mittlerweile fliesst kein Rappen mehr von der UBS in Richtung Brüssel. Die United Bank of Switzerland, dieses letzte Bollwerk des helvetischen Bankenplatzes, hat Bauds Geldhahn zugedreht.
Der Entscheid der UBS markiert nichts weiter als vorauseilenden Gehorsam gegenüber Brüssel. In Windeseile lässt die stolze Bank einen verdienten Schweizer Bürger fallen.
Das Signal, das Sergio Ermottis Institution damit in die Welt sendet, könnte verheerender nicht sein: Sanktioniert dich die EU, wollen wir dich nicht mehr; selbst dann nicht, wenn du ein verdienter Schweizer Oberst bist, so die Botschaft.
In der PR-Welt preist sich die UBS gerne als «eine Bank für die Schweiz». Was bleibt in der Causa Baud davon noch übrig? Das Verhalten der sonst so stolzen Bank kommt einer Schande gleich.