Zum ersten Mal seit 2022 hat Japan wieder ein Todesurteil vollstreckt. Hingerichtet wurde der 34-jährige Takahiro Shiraishi, der in Medienberichten als «Twitter-Killer» bekannt wurde. Das japanische Justizministerium bestätigte, dass die Exekution am Freitagmorgen stattgefunden habe, wie der Spiegel berichtet.
Shiraishi war 2020 zum Tode verurteilt worden, nachdem er gestanden hatte, im Jahr 2017 neun junge Menschen ermordet zu haben. Er hatte seine Opfer – meist Frauen im Alter zwischen 15 und 26 Jahren – über die Plattform X (früher «Twitter») kontaktiert. Ziel seiner Kontakte waren Personen mit Suizidgedanken, denen er vorgab, beim Sterben helfen zu wollen. Tatsächlich lockte er sie in seine Wohnung bei Tokio, wo er sie tötete, zerstückelte und Teile der Leichen in Kisten und Gefriertruhen versteckte.
Kyodo News
Laut Justizminister Keisuke Suzuki umfassten die Taten Mord, Vergewaltigung und Raub. Die Morde seien «aus egoistischen sexuellen und finanziellen Motiven» begangen worden und hätten «Angst in der Gesellschaft ausgelöst».
Die Öffentlichkeit in Japan unterstützt die Todesstrafe weiterhin mit grosser Mehrheit. Laut einer Regierungsumfrage von 2024 halten 83 Prozent der Bevölkerung sie für unvermeidbar. Dennoch gibt es international Kritik an Japans Praxis, insbesondere wegen der Intransparenz und Isolation der Todeskandidaten.