Trump greift durch, und wie. Vor der Küste Venezuelas dümpelt eine Armada. Ominös orakelt der Präsident, dass es nach kleinen Schmugglern nun dem obersten Drogen-Paten an den Kragen gehen soll – Staatschef Nicolás Maduro.
Ja, so wünscht man ihn sich, den Krieg gegen Drogen – den bisher noch jeder US-Präsident verloren hat. Allerdings hat keiner ihn so verlogen geführt wie Donald Trump.
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Hier rührt er die Kriegstrommel gegen Maduro, doch dort rührt ihn das Schicksal eines anderen Drogenbarons: Juan Orlando Hernández, einst Präsident von Honduras, jetzt US-Häftling – weil er, so die Richter, «eine der grössten und gewalttätigsten Verschwörungen im Bereich des Drogenhandels weltweit» unterstützt habe.
Stört Trump nicht. Er will ihn begnadigen. Für ihn zählt, dass Hernández politisch auf seiner Linie liegt und einer seiner Parteifreunde die Wahl in Honduras gewinnen soll.
Traditionell unterscheiden die USA beim Umgang mit fremden Herrschern stets zwischen «unseren Hurensöhnen» und anderen Hurensöhnen. Schön, dass der vermeintliche Bilderstürmer Trump manche Traditionen nicht antastet.